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  • Interview mit J. Hans Hochköppler, Inhaber und Geschäftsführer der Adels-Contact GmbH
Norbert Kox„Wege aus der Krise – trotz Exportdelle“
Ein Interview mit J. Hans Hochköppler, Adels-Contact, über Krisenbewältigung, Mitarbeitermotivation und Nachwuchssuche
Ihr Unternehmen hat in den letzten Jahrzehnten einen erfolgreichen Kurs eingeschlagen. Seit 1982 wurde der Umsatz verzehnfacht. Wie hart hat Sie die Wirtschafts- und Finanzkrise getroffen?
Natürlich werden auch wir von der Wucht und der Geschwindigkeit dieser globalen Krise nicht verschont. Die meisten unserer Kunden sind Global Player, deren Märkte zum Teil dramatisch eingebrochen sind. Auch wir haben einen Exportanteil von 70 % und liefern in 60 Länder rund um den Globus. Wir leiden also auch unter Umsatzrückgang, haben aber den Vorteil, solide aufgestellt zu sein. Wir setzen auf ein stetiges, organisches und risikobewusstes Wachstum und sind immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Dabei legen wir großen Wert darauf, dass laufende und geplante Investitionen mit Eigenmitteln finanziert werden können.
Was sind Ihre Erfolgsrezepte, besonders jetzt in der Krise?
Wir überprüfen unsere Auftraggeber sehr intensiv, um unser unternehmerisches Risiko realistisch einschätzen zu können. Gerade in hochattraktiven Wachstumsmärkten wie zum Beispiel Osteuropa und Fernost muss man eine klare Strategie fahren. Das führt natürlich auch schon mal dazu, dass wir zu einem potentiellen Kunden nein sagen oder auf Vorkasse bestehen. Dadurch sind wir wirtschaftlich gesund geblieben.
Eine zweite Sache ist mir wichtig: Nicht jeden Hype mitmachen. Wir hatten schon 1984 in China ein Joint Venture, haben uns aber wegen der fehlenden Rechtssicherheit zurück-gezogen.
Drittens investieren wir viel Zeit und Energie in Innovationen. Damit machen wir uns fit für die zukünftigen Anforderungen in unserem Markt.
Die Aufgabe, ein Unternehmen zu führen, ist sehr vielseitig und hat auch eine sportliche Komponente. Der Wunsch nach größerem und schnellerem Erfolg verleitet einen nämlich  manchmal zu Sprints. In Wirklichkeit geht es aber meistens weniger um die 100 Meter als vielmehr um die Marathondistanz. Schnellstartern geht hier oft viel zu früh die Puste aus
Wie schätzen Sie den weiteren Verlauf der Krise und den Kurs Ihres Unternehmens ein?
Ich gehe davon aus, dass es zwar eine besonders schwere Krise ist, aber eben nur eine Krise und kein Weltuntergang. Vergessen wir nicht, dass wir besonders in Deutschland auch alle Nutznießer der Globalisierung waren. Adels-Contact produziert heute auch in Polen, Tschechien, der Türkei und Tunesien – ohne diesen Mix wären wir in einigen Produktbereichen nicht mehr wettbewerbsfähig und hätten Arbeitsplätze verloren. Ich bin mir sehr sicher, dass wir gestärkt aus der Krise gehen werden. Es gibt neben einer sicher auch erforderlichen Marktkonsolidierung große Chancen, wie in unserem Unternehmen, antizyklisch zu investieren: in neue Produkte und Technologien und in die Weiterbildung unserer Mitarbeiter.
Norbert Kox (links) begrüßt die neuen Ehrenmitglieder Toni Schumacher und "Calli"
Fühlen Sie sich als ehemaliger Düsseldorfer in der Region wohl?
Was mich immer schon fasziniert hat, war die große Anzahl kleiner und mittlerer Unternehmen in fast allen Branchen. Mit einigen arbeiten wir inzwischen eng zusammen. Außerdem mag ich die Menschen und genieße die wunderschöne Bergische Landschaft mit ihrem reichen Angebot in Kultur, Sport und nicht zuletzt hervorragender Küche.
Was wünschen Sie sich vom Wirtschaftsstandort Rheinisch-Bergischer Kreis?
Wie gesagt, die Lage von Bergisch Gladbach ist sehr attraktiv, nicht zuletzt auch unter dem Aspekt „Region Köln-Bonn“.  Ein nicht zu unterschätzendes Plus für alle die auch weltweit exportieren.
Was aber wirklich fehlt, ist eine vernünftige Anbindung an die A4 – Stichwort Autobahnzubringer! Nicht nur wir, auch Unternehmen wie Krüger oder Zanders werden mit den größten LKWs beliefert Die Anfahrt durch die Innenstadt von Refrath und Bergisch Gladbach ist eine einzige Katastrophe. Ich weiß, dass dieses Thema auch Schattenseiten hat. Die Vorteile überwiegen aber bei weitem. Deshalb gehört der „Autobahnzubringer“ in der politischen Agenda ganz nach oben.
Was sich stark verbessert hat, ist die Wirtschaftsförderung. Man versteht sich immer mehr als Dienstleister und wirbt mit einem professionellen Angebot um den Wirtschaftsstandort  Rheinisch-Bergischer Kreis.
Jeder weiß, wie wichtig dieses Thema ist. Geht es der Wirtschaft gut – geht es auch der ganzen Region gut. Das Schönste für einen Unternehmer ist doch, jemanden einzustellen, denn davon haben beide etwas: Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Die klassische Win-Win-Situation. Entlassungen tun weh und sind immer nur das letzte Mittel. Kein Unternehmer entlässt einen Mitarbeiter, wenn es noch andere Möglichkeiten gibt.
Sie sind engagiert in der Nachwuchsförderung. Mit der Wilhelm-Wagener-Schule in Refrath haben Sie eine Lernpartnerschaft. Was hat Sie dazu getrieben?
Ich halte es für wichtig, dass die Industrie jungen Menschen eine Chance gibt, Berufsfelder kennenzulernen und auszuprobieren. Wir haben häufig festgestellt, dass die Jugendlichen vorher keine Ahnung über bestimmte Berufe hatten, aber nachher total begeistert waren. Sie wissen zu wenig über die berufliche Vielfalt! Deshalb haben wir seit 2006 diese Lernpartnerschaft mit Praktikumsangeboten, gemeinsamen Betriebsbegehungen, Vorträgen in den Klassen und Ähnlichem. Wir bilden in vier Berufen aus und wollen den Förderschülern die Möglichkeit bieten, sich praxisnah in der Arbeitswelt darüber zu informieren. Mit anderen Worten: Wir bringen die Wirtschaft in die Schule.
Herr Hochköppler, vielen Dank für das Gespräch!
Norbert Kox (Mitte) bei der Eröffnungsfeier des neuen  Kunstrasens von Bergisch Gladbach 09
Das Interview führte Dr. Oliver Schillings, Alpha & Omega Public Relations.
RBK-Profile: Unternehmer im Gespräch
Das Unternehmen
Über Adels-Contact  -  kleine Teile mit großer Bedeutung
Das Bergisch Gladbacher Unternehmen ist seit 1930 Synonym für industrielle Anschluss- und Verbindungstechnik. Produziert werden hier alle Arten von Klemmen, von den unterschiedlichsten Steckern für die Beleuchtungsindustrie, Industrieelektronik, Hausgeräte etc., bis zu Verbindungen auf PC-Leiterplatten. Alles kleine Teile mit großer Wirkung, denn durch sie fließt Strom. Entsprechend hoch sind die Qualitäts- und Sicherheitsstandards bei Adels-Contact. Das Unternehmen hält sehr viele internationale Patente und Gebrauchsmuster und war eines der ersten zertifizierten Unternehmen nach ISO 9001 und 14001. Adels-Contact beschäftigt in Bergisch Gladbach über 100 Mitarbeiter. An weiteren Produktionsstandorten in Polen, Tschechien, Tunesien und in der Türkei sind weitere 150 Mitarbeiter tätig. Der Exportanteil liegt bei 70 Prozent, geliefert wird in 60 Länder rund um den Globus.
Zur Person:
J. Hans Hochköppler
Norbert Kox
Seit 1982 steht J. Hans Hochköppler auf der Brücke des Unternehmens als Geschäftsführer und Inhaber. Der Kunst- und Sportbegeisterte engagiert sich in vielen Vereinen, unter anderem war er auch jahrelang Präsident des Fußballvereins SV Bergisch Gladbach 09 und ist heute im Verwaltungsrat. Er ist Mitglied im „Wirtschaftsgremium Rheinisch-Bergischer-Kreis“ und Mitglied der Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer zu Köln. Außerdem ist er aktives Mitglied und Zustifter der „Bürgerstiftung für Bergisch Gladbach“.
Entspannung findet er bei einer Runde Golf – Handicap 9,3 – mit seinen Golffreunden in Schloss Georghausen.
Außerdem hat er sich Anfang des Jahres einen lang gehegten Wunsch erfüllt: die erfolgreiche Besteigung des Kilimandscharo.
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