Direkt zur Hauptnavigation Direkt zum Inhalt
Übernehmen

Ihr Behördenlotse

Ihr Wegweiser zu unseren Dienststellen. Geben Sie dazu einfach Ihren Suchbegriff ein, den Anfangsbuchstaben, oder wählen Sie direkt Ihr Thema:

 

Bauen und Einbruchschutz

© 135pixels - Fotolia.com

Es gibt viele Gründe, den Rheinisch-Bergischen Kreis als Wohn- und Arbeitsraum zu schätzen. Er zeichnet sich nicht zuletzt durch eine gute Infrastruktur und hohe Kaufkraft aus, Merkmale, die natürlich auch Einbrecher anziehen. In den vergangenen Jahren wurde ein stetiger Anstieg im Bereich des Wohnungseinbruchs verzeichnet. Derzeit stagnieren die Werte der polizeilichen Kriminalstatistik auf hohem Niveau – im Jahr 2013 waren es kreisweit 857 Taten. Nachweislich können Einbrüche jedoch verhindert werden oder im Keim erstickt werden, wenn technische Sicherungen zum Einsatz kommen. Der Bau oder die Sanierung eines Gebäudes ist ein sehr umfassendes Vorhaben. Als Bauherr beschäftigt man sich mit vielen Themen, die sonst eher fremd sind.

Leider gerät das Thema Sicherheit gegen ungebetene Gäste schnell in den Hintergrund. Dabei lässt sich gerade hier mit verhältnismäßig geringem finanziellen Einsatz ein hohes Maß an Sicherheit erreichen, wenn Bauelemente gewählt werden, die eine Einbruchsicherung beinhalten.

Besondere Schwachstellen

Es hat sich gezeigt, dass bei Ein- und Zweifamilienhäusern etwa 48 Prozent der Einbrüche über die Terrassen oder Balkontüren erfolgen. Bei 32 Prozent der Taten gelingt der Einstieg durch seitliche oder rückwärtige Fenster. Nur in ungefähr 13 Prozent der Fälle sind die Haustüren betroffen, Kellerbereiche spielen mit 7 Prozent eine eher untergeordnete Rolle. In Mehrfamilienhäusern sind die Wohnungen in Souterrain, Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss ebenfalls von den Fenster Seiten her besonders gefährdet. In den sonstigen Obergeschossen versuchen die Täter häufig, durch die Wohnungstür einzusteigen.

Häufige Einbruchsarten

Die meisten Einbrüche werden von sogenannten Gelegenheitstätern verübt. Diese nutzen die Abwesenheit, um mit einfachsten Werkzeugen – meist handelt es sich hierbei um einen stabilen Schraubenzieher – Fenster und Türen aufzuhebeln. Dies macht etwa 80 Prozent aller Einbrüche aus. Der Angriff auf verglaste Fenster oder Türen ist wesentlich seltener. Nur wenige Einbrecher versuchen, verglaste Flächen zu zerschlagen und so eine Öffnung für den Einstieg zu schaffen. Selten verfügen Täter über spezielle Kenntnisse, um beispielsweise höherwertige Schlösser oder auch Alarmanlagen, sogenannte Einbruchmeldeanlagen, zu überwinden. Dennoch kann es in bestimmten Fällen durchaus sinnvoll sein, solche Anlagen einzubauen.

Sicherungskonzeption

Wenn ein Haus gebaut oder umgebaut wird, ist es wichtig, dass sich die Bewohner in ihrem Zuhause wohl und sicher fühlen. Dieses Sicherheitsgefühl kann durch einen Einbruch nachhaltig gestört werden. Zu Sachschäden und den materiellen Verlusten kommt bei vielen Menschen das ungute Gefühl hinzu, in den eigenen vier Wänden nicht mehr sicher leben zu können. Die Sorge vor der Wiederholbarkeit der Tat belastet zusätzlich. Durch entsprechende Baumaßnahmen kann dies wirkungsvoll verhindert werden.

Ein umfassendes Sicherungskonzept fußt auf mehreren Modulen

  • Ein wirksamer mechanischer Grundschutz – wie beispielsweise Bauelemente, die einer bestimmten Norm entsprechen − bewirkt, dass dem Täter der Zugang in das Gebäude wesentlich erschwert wird und er im Regelfall aufgibt. 
  • Bereits durch die Gestaltung des Außenbereiche lässt sich erreichen, dass es Tätern nicht zu leicht gemacht wird. Hierzu zählen neben geeigneter Grundstückseinfriedung auch die Auswahl der Bepflanzung und passende Beleuchtungen, die nicht leicht beschädigt oder zerstört werden können. 
  • Eine Einbruch- und/oder Überfallmeldeanlage ist immer dann empfehlenswert, wenn es sich um eine teure Immobilie handelt oder diese abseits gelegen ist und die Bewohner häufiger nicht zu Hause sind.

Mechanischer Grundschutz

Für die Einbruchhemmung von Bauelementen gibt es eine bestimmte Norm, die sogenannte DIN EN 1627 ff. Sie ist gültig für Fenster- und Fassadenelemente, Türen,
Rollladen sowie Gitter. Diese DIN Norm definiert insgesamt sechs Widerstandsklassen (RC 1 bis RC 6). Für den privaten Bereich sind die Widerstandsklassen RC 2 sowie RC 3 üblicherweise ausreichend. Bauelemente dieser Widerstandsklassen überstehen Angriffe mit den handelsüblichen Hebelwerkzeugen und verfügen zusätzlich über Verglasungen, die nicht leicht durchbrochen werden können. Derartige Fenster- und Türelemente sollten in den Bereichen eingesetzt werden, die ein Täter ohne Aufstiegshilfen erreichen kann. Um an schwieriger erreichbare Fenster und Balkone zu gelangen, wird das genutzt, was sich vor Ort als Kletterhilfe anbietet. Erfahrungsgemäß sind höher gelegene Fenster und Türen oft nicht ausreichend gesichert.

Einbruch- und/oder Überfallmeldeanlagen (EMA/ÜMA)

Bei einem erhöhten Schutzbedürfnis oder einer abgelegenen Lage der Immobilie kann der Einsatz einer Einbruch-oder Überfallmeldeanlage zusätzlich zum vorhandenen mechanischen Grundschutz sinnvoll sein. Insbesondere, wenn die Bewohner häufig abwesend sind. In der Bauphase lassen sich durch die Verlegung entsprechender Leerrohre die Installationskosten einer später hinzukommenden Alarmanlage reduzieren. Diese Anlagen sollten bestimmten Standards unterliegen und werden in den anerkannten Regeln der Technik (VDE 0833, VdS Richtlinie 2311, bundeseinheitlicher Pflichtenkatalog) näher bestimmt. Durch die Polizei werden ausschließlich Einbruchmeldeanlagen empfohlen, die diesen anerkannten Regeln der Technik entsprechen. Falschalarme führen regelmäßig dazu, dass derartige Anlagen nicht mehr ernst genommen und häufig dann auch nicht mehr betrieben werden.

Wichtig für derartige Anlagen ist, dass sie

  • Zwangläufigkeiten(die Begrifflichkeit meint beispielsweise Vermeidung von Falschalarmen) unterliegen, 
  • auslöse sicher, fehlbedienungssicher und frei von Fehlalarmen sind.

Beratungsangebot der Polizei

Die Kreis Polizeibehörde des Rheinisch-Bergischen Kreises
unterhält eine kriminalpolizeiliche Beratungsstelle. Technische Fachberater unterstützen den Bürger gerne in der Bauplanung und begleiten in der Bauphase. Diese Beratung ist für sie kostenlos.