4 Kinder aus verschiedenen Herkunftsländern

Berufsfelderkundungen starten in Pilotregion Overath - 300 Schüler schnuppern einen Tag lang bei Unternehmen - Kreisweite Umsetzung 2015

Overather Unternehmen haben am 20. Mai die große Chance, ihren potenziellen Nachwuchs kennenzulernen.

Berufsfelderkundung Barlog
Der Rheinisch-Bergische Kreis wählte die Aggerstadt als Pilotregion zur Umsetzung des Angebotes „Berufsfelder erkunden" im Rahmen des Landesvorhabens „Kein Abschluss ohne Anschluss NRW" aus. Als eine von sieben Referenzkommunen setzt der Rheinisch-Bergische Kreis das Landesvorhaben seit 2012 um. Bei den Berufsfelderkundungen schnuppern die 8. Klassen aller Schulformen für einen Tag in ein Unternehmen oder einen Handwerksbetrieb hinein. Ziel ist es, frühzeitig allen Jugendlichen dieser Jahrgangsstufe die Vielfalt der Ausbildungs- und Studienberufe aufzuzeigen. Dadurch sollen die weiteren Schritte zur Studien- und Berufsorientierung auf ein solides Fundament gestellt werden. Wer seine Interessen und Vorstellungen von einem Job mit der Wirklichkeit im Unternehmen vergleicht, stellt schnell fest, ob der Beruf den eigenen Erwartungen entspricht. Mit diesem Wissen lässt sich die eigene Karriere zielgerichteter planen - beispielsweise bei der Auswahl eines später folgenden Praktikums. Unternehmen eröffnet sich im Gegenzug die Möglichkeit, sehr früh mit zukünftigen Fachkräften in Kontakt zu kommen und diese für ihren Betrieb zu begeistern. Das zeitliche Investment für einen Betrieb ist dabei überschaubar: Eine Berufsfelderkundung dauert so lange wie ein Schultag. „Das koordinierte Übergangsmanagement Schule-Beruf im Rheinisch-Bergischen Kreis ist vorbildlich", lobte Ulrich Porschen von der Bezirksregierung Köln und appellierte: „Der Kreis und seine Partner stehen landesweit an erster Stelle. Jetzt sind die Unternehmer gefragt, damit es genügend Angebote für die Jugendlichen gibt."

Overath: Gute Verbindungen zwischen Schule und Wirtschaft
Für die Umsetzung der koordinierten Berufsfelderkundungen in der Pilotregion Overath gaben nun mehr als 50 Unternehmer, Lehrer und Vertreter verschiedener Institutionen den Startschuss im Ortsteil Steinenbrück. „Die flächendeckenden Berufsfelderkundungen bieten einen Mehrwert für Schüler, Eltern, Lehrer und natürlich die Unternehmen", erläuterte Kreisdirektor Dr. Erik Werdel. „Der Pilot findet in Overath statt, weil es hier bereits viele gute Verbindungen zwischen Schule und Wirtschaft gibt. Das erleichtert den Start." Bereits vorhandene Einzelkooperationen zwischen Schule und Unternehmen können daher genutzt werden. Seine Freude über diese Entscheidung machte Bürgermeister Andreas Heider deutlich: „Wir sind stolz, dass es bei uns los geht."

Damit Schüler und Unternehmen in Zukunft leichter zueinander finden, wird derzeit eine Datenbank im Internet entwickelt. Die Schüler können darüber ihre Berufsfelderkundungen buchen. Zuvor stellen die teilnehmenden Betriebe, vom Handwerker bis zum Industrieunternehmen, ihre Ausbildungsberufe ein. Das dauert nur wenige Minuten. Bis die Datenbank komplett steht, wird es allerdings noch bis Mitte des Jahres dauern. Für die Pilotphase können zunächst nur die Jugendlichen in der Datenbank auswählen. Die Overather Betriebe müssen ihr Angebot schriftlich an den Kreis kommunizieren, dieser füttert damit die Datenbank. Dafür erhalten Unternehmen und Handwerk in den nächsten Tagen Vordrucke. Sollte dies nicht geschehen, können Interessierte telefonisch (02202 13-2050) oder per E-Mail (koordinierung-schule-beruf@rbk-online.de) mit dem Kreis Kontakt aufnehmen. Damit alle Schüler einen Platz finden, müssen viele Unternehmen mitziehen - jetzt und ganz besonders auch in der Zukunft, wenn im ganzen Kreis geschnuppert wird. Beim Start im Mai werden in Overath zunächst gut 300 Plätze benötigt, um alle Schüler zu versorgen. Im nächsten Jahr wächst die Zahl erheblich. Ab Januar 2015 werden die mithilfe der Datenbank koordinierten Berufsfelderkundungen dann in allen acht Städten und Gemeinden des Rheinisch-Bergischen Kreises stattfinden - und das drei Mal im Jahr, damit die Jugendlichen verschiedene Berufsfelder aus unterschiedlichen Branchen erleben können. Dann gibt es kreisweit rund 3.000 Schüler der 8. Klassen, die einen Schnupperplatz für drei Kurzpraktika suchen. „Ich rufe alle Firmen auf, sich an den Berufserkundungen zu beteiligen", appellierte Bernd Supe-Dienes, Geschäftsführer der Dienes Werke, an die Anwesenden und alle Unternehmer im Kreis. „Heute muss man sich stärker engagieren, um Fachkräfte zu gewinnen."

Fördermittel für Datenbank vom Land
Die Kosten für die Datenbank „Berufsfelder erkunden im Rheinisch-Bergischen Kreis" liegen bei rund 35.000 Euro. 50 Prozent der Kosten tragen das Land Nordrhein-Westfalen und die EU mit Mitteln aus dem Förderprojekt „Fachkräfteinitiative NRW". Die andere Hälfte steuern der Rheinisch-Bergische Kreis und seine Partner im „Koordinierten Übergangssystem Schule-Beruf" wie die Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach, die Rheinisch-Bergische Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH, der Arbeitgeberverband Metall & Elektro Köln, die IHK Köln und die Kreishandwerkerschaft Bergisches Land bei. Die umliegenden Kommunen Leverkusen und Oberbergischer Kreis prüfen derzeit, ob sie die gelungene Systematik und Datenbank des Kreises für ihre Umsetzung übernehmen können.