Chat zum Thema: Schulwechsel
Entscheidung für die Zukunft
Am Ende der Grundschulzeit steht der Wechsel auf eine weiterführende Schule an. Die Entscheidung wirkt sich auf das ganze spätere Leben des Kindes aus. Wie aber kann man das Potenzial seines Kindes richtig einschätzen? Wer muss diese Entscheidung eigentlich treffen? Was passiert, wenn Lehrer und Eltern unterschiedliche Ansichten haben? Leonard Liese vom Schulpsychologischen Dienst beantwortete Ihre Fragen.
Datum: 10 Jan 2011
Thema: Weiterführende Schulen - welche ist die richtige für mein Kind?
Info: Der Chat ist eröffnet
-
Frage von M.T.:
Hallo! Ich habe mal eine Frage zu den Anmeldefristen. Wieviel Zeit habe ich denn, um meine Tochter in einem Gymnasium anzumelden? Gibt es in allen Schulen di gleichen Fristen?
Leonard Liese: Zeugnisse gibt es dieses Jahr etwas später als sonst - am 11. Februar. Bei den meisten weiterführenden Schulen laufen die Anmeldefristen vom 15. bis 25. Februar.
-
Frage von Suse:
Guten Abend, mein Sohn hat graphomotorisch Schwierigkeiten und ist aufgrund dessen insbesondere bei schriftlichen Aufgaben langsamer als seine Klassenkameraden. Seine Zeugnisse spiegeln dies auch von der Einschulung bis heute wieder - allerdings auch die Informtion, dass der vermittelte Stoff gut verstanden ist. Letztendlich ist das Ziel, später Abitur zu machen, auch seitens der verschiedensten Lehrer nicht in Frage gestellt. Wenn er jetzt jedoch eine Realschule besucht, habe ich die Befüruchtung, dass hier mehr auf die berufliche Orientierung denn auf das Ziel "Abitur" gelegt wird. Wie kann ich sicherstellen, dass der nötige Anreiz für den Wechsel nach der 10 gegeben ist?
Leonard Liese: Der Weg über die Realschule verbaut nicht den Weg zum Abitur. Sinnvoll ist es aber auf jeden Fall, auf der Realschule dann die zweite Fremdsprache beizubehalten, wenn später ein Wechsel auf die Gymnasiale Oberstufe geplant ist. Frage: Alles schon ausgereizt bei der Behandlung der graphomotorischen Störung (Ergotherapie)?
-
Frage von Suse:
Ja, Ergotherapie war zur Einschulung schonmal angesetzt und ist jetzt nach einem guten Jahr Pause nochmal gestartet worden. Leider hat er zu Beginn auch die "falsche" Schrift (VA) bei seinen Schwierigkeiten gelernt. Von einer "Umschulung" wurde abgeraten. Außerdem läßt er sich relativ leicht ablenken bzw. er ist mit seinen Gedanken woanders, so dass schon einige Lehrerinnen mit diesem Verhalten nicht umgehen konnten. Förderpädagogischer Bedarf wurde aber nicht festgestellt. Gibt es trotzdem Möglichkeiten, meinen Sohn in dieser Richtung zu unterstützen?
Leonard Liese: Wohnen Sie im Rheinisch-Bergischen Kreis? Dann können Sie gerne beim Schulspsychologischen Dienst des Kreises eine Anmeldung machen (auf der Homepage http://www.rbk-direkt.de/ im Behördenlotsen, Stichwort Schulpsychologischer Dienst). Wenn Sie nicht im Kreis wohnen, bemühen Sie die Adresssuche auf der Seite http://www.schulpsychologie.de/
-
Frage von Müller:
Früher galt die 5. Klasse als sogenannte Erprobungsstufe, also ein Wechsel danach in eine andere Schule war ganz einfach. Gibt es das noch, so dass man zur Not quasi ein Jahr mit der höheren Schulform testen kann?
Leonard Liese: 5. und 6. Klasse gemeinsam gelten als pädagogische Einheit und heißen nach wie vor Erprobungsstufe. Mit dem "Testen" habe ich so meine Probleme, denn für praktisch jedes Kind, das die Schule am Ende der Erprobungsstufe verlassen muss, ist es eine schwere Niederlage.
-
Frage von Schulze:
Hallo. Meine Tochter weiß immer genau was sie will. Wie weit soll ich sie bei der Schulwahl selber entscheiden lassen?
Leonard Liese: Gar nicht ! Natürlich muss man die Meinung der Kinder erfragen und berücksichtigen, aber die Entscheidung muss ganz klar von den Eltern getroffen werden. Ein 9 oder 10jähriges Kind ist damit überfordert.
-
Frage von Ottersbach:
Der Ruf der Hauptschule i unserem Dorf ist schlecht der der Schule in der Nachbarstadt ist besser. Soll ich meinen Sohn nicht besser dahin schicken?
Leonard Liese: Vorsicht mit dem Ruf, denn der ist immer älter als die Wirklichkeit. Grundsätzlich ist die nächstliegende Schule meist die richtige Schule und es sollten gewichtige Gründe, dagegensprechen, sie zu wählen. Ausnahmen können aber durchaus die Regel bestätigen. Nutzen Sie die Tage der offenen Tür, um sich mehrere Schulen anzuschauen.
-
Frage von Inge:
Welche Unterlagen sind für die Ameldung wichtig? Und kann mein Kind die bereits begonnene Fremdsprache fortführen?
Leonard Liese: Praktisch jede weiterführende Schule hat eine Homepage, auf der Sie in aller Regel erfahren, was bei der Anmeldung mitzubringen ist. Zwingend ist üblicherweise Familienstammbuch, Zeugnis Mitte Klasse 4 (also das aktuelle Zeugnis, das im Februar ausgehändigt wird) und häufig ein Foto. Ob die Schule weiterhin verlangen kann, das Sie die schriftliche Empfehlung der Grundschule mitbringen, nachdem diese nicht mehr rechtsverbindlich ist, scheint mir noch offen. Könnten Sie Ihre Frage zur Fremdsprache konkretisieren?
-
Frage von Jessie:
Hallo, wir haben für unsere Tochter eine gute Schule ausgeguckt und haben nur das Problem, dass ihre zwei besten Freundinnen eine andere Schule besuchen werden. Gleiche Schulform, nur eine Mutter der Kinder war selber auf dieser Schule und will deshalb ihr Kind dahin schicken. Ist es ratsam meine Tochter doch dan auch dorthin (weiter weg) zu schicken oder wird sie das überwinden? Sie findet das zur Zeit ganz schlimm.
Leonard Liese: Ich würde trotzdem bei der Entscheidung bleiben. Denn Ihre Tochter kann ja auch schnell neuen Anschluss finden. Von Entscheidungen anderer Familien sollte man seine eigene Entscheidung wenig beeinflussen lassen.
-
Frage von Jessie:
Das ist klar aber meine Tochter weint so erbitterlich. Und ich habe Angst, dass sie sich dann versperrt. Aber Sie haben ja Erfahrung wie lange Kinder benötigen über den Verlust betser Freundinnen hinweg zu kommen. Beim Kevin war das einfach, aber der ist ja auch ein Bursche.
Leonard Liese: Bleibt ja such die Frage, wie lange die "Damen" beste Freundlinnen bleiben.
-
Frage von Jessie:
ok. kleine Zicken sind das schon. Ich denke mal das wird dann. Vielen Dank, hat mir sehr geholfen meine Unsicherheit zu bewältigen.
Leonard Liese: Freut mich!
-
Frage von Walter:
Ist es ratsam meinen Sohn auf die Hauptschule zu schicken oder gibt das später Probleme, wenn die Schule aufgelöst wird? Es sollen doch die Hauptschulen und Realschulen alle abgeschafft werden sagen die Politiker.
Leonard Liese: Schwierige Frage. Alles ist noch sehr in der Schwebe, aber abgeschafft wird durch die Vereinigung der beiden Schulformen ja nichts. Es wird Übergangslösungen geben.
-
Frage von Walter:
Also kein Problem? Ja dann ist es doch o.k. so. Danke
Leonard Liese: Dann ist es ja gut. Gern geschehen.
Info: Der Chat ist beendet. Vielen Dank für die Teilnahme!