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Tipps zum Festtagsessen

Gänsebraten, Knödel, Bratäpfel und Plätzchen satt: An Weihnachten kommt in den meisten Familien etwas Besonderes auf den Tisch. "Doch vielen Leckermäulern ist nicht klar, wo die Lebensmittel herkommen und unter welchen Bedingungen sie produziert wurden", erklärt Brigitte Becker von der Verbrau­cherzentrale in Bergisch Gladbach. Denn manchen Feinschmeckern würde der Bissen im Hals stecken bleiben, wenn sie wüssten, welche Torturen manche Gänse erdulden müssen, bevor sie zu Weihnachten auf dem Teller lan­den. Deshalb empfiehlt sie, schon die Ein­kaufsplanung auf biologische, regionale und fair produzierte Lebensmit­teln zu lenken. Zum festlichen Menü und zur erlesenen Weihnachtsbä­ckerei steuern die Verbraucherschützer die nötigen Hinweise bei, die dabei helfen, dass der Festschmaus zu einem nachhaltigen Genuss ohne Reue wird:
Weihnachtsgans aus artgerechter Haltung: In Deutschland wer­den Gänse überwiegend im Freien auf Weiden gehalten. Bei reich­lich Bewegung und Auslauf fühlen sich die Tiere wohl und ihr Fleisch schmeckt sehr aromatisch. Gänsefleisch in dieser Qualität wird bei Direktvermarktern in Hofläden, auf Wochenmärkten und in einigen Metzgereien verkauft. Allerdings ist das heimische Gänseangebot knapp bemessen: Nur etwa jede siebte bis achte Gans im Handel stammt aus heimischer Erzeugung. Deutlich größer ist das Angebot an Importwaren, die meist tiefgefroren überwiegend aus Polen und Ungarn angeboten werden. In Ungarn stopft man einen hohen Anteil an Gänsen und Enten unter großer Qual mit Futter, damit deren Leber verfettet und zu einer „delikaten“ Leberpastete verarbeitet werden kann. Darüber hinaus rupft man in Ungarn und Polen Gän­sen mehrmals während ihres kurzen Daseins die Federn, um Dau­nen zu gewinnen. Diese Torturen müssen beim Verkauf nicht ange­geben werden. Immer öfter weisen 2 Hersteller für ein besseres Image freiwillig darauf hin, wenn sie ihre Gänse ohne „Stopfmast“ und „Lebendrupf“ großgezogen haben. Angaben zu der Haltungs­form finden Kunden hingegen selten. Werden bei einer Freilandhal­tung Gänse gestopft, muss die spezielle „Fettlebererzeugung“ auf dem Etikett angegeben werden. Wer im Handel keine heimische Gans bekommt, sollte beim Kauf von Tiefkühl-Gänsefleisch darauf achten, dass Stopfmast und Lebendrupf explizit ausgeschlossen wurden.
Obst und Gemüse aus der Region und/oder in Bio-Qualität:
Ob Kürbis, Schwarzwurzeln, Feldsalat, Äpfel oder Birnen – eine reichhaltige Palette an heimischem Wintergemüse und -obst sorgt für tägliche Abwechslung auf dem Speiseplan. Direktvermarkter und Landwirte bieten häufig Waren aus eigenem Anbau an und zwar zur passenden Erntezeit. Prinzessböhnchen aus Kenia etwa finden nur per Flugzeug den Weg zum hiesigen Gemüsestand. Der Transport durch die Luft verursacht je Tonne Lebensmittel und Kilometer bis zu 220mal mehr Treibhausgase als der Hochseeschiff-Transport und bis zu 15mal mehr als Transporte per Lkw. Produkte aus dem Gewächshaus schädigen die Umwelt bis zu 30mal mehr mit schädli­chem Kohlendioxid als Freilandgemüse. Wer sich zudem für Kartof­feln, Karotten und Co. aus ökologisch kontrolliertem Anbau entschei­det, schont das Klima, denn diese verursachen etwa 15 bis 20 Pro­zent weniger Treibhausgase als konventionell angebaute Lebensmit­tel. Grund ist der Verzicht auf chemisch-synthetische Düngemittel und Pestizide, die sehr energieaufwändig produziert werden.
Fair gehandelte Süßigkeiten und Getränke: Wenn fair gehandel­ter Kaffee, Säfte, Mangos oder Schokolade unseren Speiseplan bereichern, erhalten die Produzenten aus Afrika, Asien oder Süd­amerika garantierte, existenzsichernde Mindestpreise für ihre Pro­dukte. Außerdem werden diese Produkte ohne Kinderarbeit herge­stellt. Ein Großteil der Fairtrade-Produkte trägt zusätzlich das Biosie­gel. Für den Weihnachtsteller gibt es viele leckere Schokoladensor­ten, Trockenobst, Nüsse und andere Köstlichkeiten. In der privaten Weihnachtsbäckerei sollten ausschließlich ökologische und fair gehandelte Zutaten – also Zucker, Butter, Mehl, Nüsse, Gewürze, Schokolade und Zitronen verwendet werden. Viele fair gehandelte Produkte machen sich zudem gut in einem liebevoll ausgesuchten Präsentkorb.

Tipps und Rezeptideen zu einem Festschmaus mit gutem Gewissen und Informationen zu weiteren Themen gibt es im Rahmen der Kampagne „Besser weihnachten“ im Internet unter www.vz-nrw.de/besser-weihnachten. Die Kampagne mit vielen Tipps und Aktionen rund um nachhaltiges Einkau­fen und Schenken in der Weihnachtszeit wird unterstützt vom NRW-Verbraucherministerium.

von: Verbraucherzentrale NRW

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