Der Rheinisch-Bergische Kreis steht derzeit - ebenso wie die kreisangehörigen Kommunen und viele private und öffentliche Akteure - vor wichtigen Weichenstellungen für seine zukünftige Entwicklung. Zur Bewältigung der damit verbundenen Herausforderungen in Bereichen wie Bildung, Integration, Tourismus und Energie ist es sinnvoll, dass alle betroffenen Akteure ihr Wissen bündeln und rechtzeitig gemeinsame Zielsetzungen für die Zukunft entwickeln.
Ganz Europa erlebt derzeit demographische Veränderungen, die in Ausmaß und Konsequenz ohne Beispiel sind. Dies gilt selbstverständlich für die Mitgliedstaaten, aber auch für jede noch so kleine kommunale Zelle. Auch der Rheinisch-Bergische Kreis muss den Veränderungen und Herausforderungen des demographischen Wandels aktiv begegnen. Deshalb hat Landrat Rolf Menzel bereits im Jahr 2006 den Strategieprozess „RBK 2020 – Fit für die Zukunft“ ins Leben gerufen, um den Rheinisch-Bergischen Kreis mit seinen acht Kommunen im zunehmenden Standortwettbewerb mit anderen Regionen zu positionieren und für Menschen, Unternehmen und Kapital attraktiv zu gestalten.
In einer „Zukunftskonferenz“ im Februar 2008 haben auf Initiative der Kreisverwaltung über 150 Verantwortungsträger aus der Region gemeinsam ein Strategiepapier mit Handlungsfeldern, strategischen Ansatzpunkten und Zielen sowie konkreten Startprojekten beraten. Dieses Papier wurde im Sommer 2008 vom Kreistag einstimmig beschlossen. Seitdem beteiligen sich die Politik, die Kreisverwaltung, die kreisangehörigen Kommunen, Vertreter der Wirtschaft sowie zahlreiche gesellschaftlich wichtige Institutionen und Akteure an der Umsetzung der ehrgeizigen Vorhaben.
Besonderer Wert bei der zukünftigen Entwicklung des Rheinisch-Bergischen Kreises wird auf die hohe Wohnqualität und Wirtschaftskraft gelegt. Ziel ist es, die Vorzüge des Kreises zu verdeutlichen, sein Profil zu schärfen und damit attraktiver für die Einwohner, für potenzielle Neubürger, Investoren und Besucher zu werden. Mit seiner hervorragenden verkehrstechnischen Anbindung, einem guten Bildungs- und Kulturangebot, einer stabilen, mittelständisch geprägten Wirtschaftsstruktur sowie den anerkannten Qualitäten als Wohnort in einem hochwertigen Umwelt- und Naturraum verfügt der Rheinisch-Bergische Kreis bereits jetzt über eine gute Ausgangssituation.
Dies ist jedoch kein Grund sich zurückzulehnen und auf den bisherigen Erfolgen auszuruhen. Die Gesellschaft befindet sich im stetigen Wandel und es muss hinterfragt werden, ob der Rheinisch-Bergische Kreis mit seiner gegenwärtigen Mischung aus Tradition und Moderne auch für künftige Generationen noch lebenswert ist. Qualifizierte Arbeitnehmer erwarten ein funktionierendes und ansprechendes Umfeld für sich und ihre Familien. Ein Standort kann nur attraktiv bleiben, wenn die Faktoren Arbeit, Freizeitangebote, Infrastruktur, Kinderbetreuung und schulische Versorgung gewährleistet sind und vernünftig ineinander greifen.
Für den Erfolg des Strategieprozesses ist die Kooperation aller relevanten Akteure aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft ausschlaggebend. Zudem muss der Rheinisch-Bergische Kreis seine gute Ausgangssituation nutzen: nach dem Grundsatz „Stärken stärken“ wurden sieben konkrete Projekte entwickelt, mit denen die Standortvorteile gefestigt und weiterentwickelt werden sollen:
- Bildungsnetzwerk in der Bildungsregion Rheinisch-Bergischer Kreis
- Kommunales Integrationskonzept
- Im RBK wachsen Kinder gesund und sicher auf
- Wohnungswirtschaftliches Handlungskonzept
- Behördenscout
- Freizeitwegenetzwerk
- Der Energiesparkreis
Eine nachhaltige Finanzpolitik, ein sensibler Umgang mit der Umwelt und insbesondere eine intensive und vertrauensvolle interkommunale und öffentlich-private Zusammenarbeit sind beim Strategieprozess RBK 2020 Grundlage allen Handelns und ebenso ein Erfolgsfaktor. Erste Erfahrungen und Ergebnisse aus allen Projekten belegen, dass sich der Rheinisch-Bergische Kreis mit dem Strategieprozess auf dem richtigen Weg befindet.