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Bodenschutz und Altlasten

Der Boden zählt ebenso wie die Luft und das Wasser zu den begrenzt verfügbaren und damit besonders schützenswerten Gütern. Er dient als Grundlage für den Naturhaushalt, der Versorgung mit Nahrungsmitteln und Rohstoffen und bietet uns darüber hinaus Raum für Erholung und Freizeitgestaltung. Zum Schutz des Grundwassers übernimmt er wichtige Filter- und Pufferfunktionen. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Inanspruchnahme von Böden soll der Bodenschutz nachhaltig die Funktionen des Bodens sichern oder wiederherstellen. Bereits in der Planungsphase sollte daher auf flächensparendes Bauen geachtet werden und darauf, die unbebauten Flächen möglichst nicht zu versiegeln.

Auch sollte während der Bauphase der Boden sorgfältig abgetragen und der wertvolle Mutterboden für die Zwischenlagerung nicht vermischt werden. Ferner sollte der Boden durch das Befahren mit Baumaschinen nicht mehr als unbedingt nötig verdichtet werden. Während der Bauarbeiten kann durch sorgfältigen Umgang mit Bauchemikalien, Hydraulikölen oder Kraftstoffen eine Verunreinigung des Bodens vermieden werden. Unfälle mit diesen Stoffen müssen umgehend der Unteren Umweltschutzbehörde des Rheinisch- Bergischen Kreises gemeldet werden. Altlastverdächtige Flächen und Altlasten sind Altablagerungen und Altstandorte, von denen Gefahren für die Umwelt oder für die menschliche Gesundheit ausgehen oder ein Gefahrenverdacht besteht.

Altablagerungen sind stillgelegte Abfallbeseitigungsanlagen sowie sonstige Grundstücke, auf denen Abfälle behandelt, gelagert oder abgelagert worden sind. Unter Altstandorten versteht man zum Beispiel stillgelegte Industrie- und Gewerbegrundstücke, auf denen mit umweltgefährdenden Stoffen umgegangen worden ist. Die Untere Umweltschutzbehörde
des Rheinisch-Bergischen Kreises führt ein Katastern über alle bekannten Altlastverdachtsflächen. Beim Bauen auf einer Altlast oder einer altlastverdächtigen Fläche muss meistens ein Gutachter für die Baubegleitung hinzugezogen werden. Auch sollte eine Gefährdungsabschätzung im Hinblick auf die spätere Nutzung vorgenommen werden.

Es empfiehlt sich, die Altlastenproblematik und die daraus folgenden Anforderungen an den Bauherrn frühzeitig mit der Unteren Umweltschutzbehörde abzustimmen.

Bauen und Abfallentsorgung/Abbrüche

Bei jedem Neubau, Umbau, Abbruch oder Rückbau fallen Abfälle an. Als Bauherr sollte man sich frühzeitig über die Entsorgung der Bauabfälle Gedanken machen. Eine sinnvolle Verwertung setzt in jedem Fall das Trennen der anfallenden Abfälle an der Baustelle voraus. Materialien, die Schadstoffe enthalten, dürfen nicht mit anderen Bauabfällen vermischt werden. Sie müssen als gefährlicher Abfall separat entsorgt werden.

Das Aussortieren von Wertstoffen aus den Bauabfällen und das Trennen der verschiedenen Abfallsorten schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel des Bauherrn. Auch wenn ein Entsorgungsunternehmen mit der Bauschuttentsorgung beauftragt wird, bleibt der Bauherr hierfür verantwortlich. Bereits beim Beziehen der Baustoffe können Kosten für die Abfallentsorgung vermieden werden, indem man als Kunde auf das Recht besteht, Transportverpackungen wie Folien, Kartons oder Ähnliches an den Lieferanten zurückzugeben. Die Hersteller sind durch die Verpackungsverordnung verpflichtet, ihre Verpackungen zurückzunehmen. Wo immer es möglich ist, sollten Mehrwegverpackungen, wie zum Beispiel Europaletten, bevorzugt werden. Bei der eigentlichen Abfallentsorgung muss auch auf den bestehenden Anschluss- und Benutzungszwang für die Entsorgungsanlagen des Bergischen Abfallwirtschaftsverbandes BAV geachtet werden.

Im Internet auf der Homepage des Bergischen Abfallwirtschaftsverbandes BAV und unter der gebührenfreien Telefonnummer 0800 8058050 sind Informationen und Tipps zu Entsorgungsmöglichkeiten für die am Bau anfallenden Abfälle zu erhalten. Wer aufbereiteten Bauschutt oder ähnliche Recyclingbaustoffe auf dem Baugrundstück verwenden möchte, benötigt hierfür eine Genehmigung der Unteren Umweltschutzbehörde. Der zuständige Sachbearbeiter berät dazu gerne.

Abfallarmes Bauen

Mit der Hausplanung sollte der Bauherr und sein Architekt auf Folgendes achten:

  • eine zweckmäßige Konstruktion des Gebäudes mit dem Ziel der Langlebigkeit und einer späteren einfachen Aufbereitung des Abbruchmaterials, 
  • schadstoffarme und wieder verwertbare Baumaterialien verwenden, 
  • Baustoffe bevorzugen, deren Inhaltsstoffe gekennzeichnet sind, 
  • sparsamer Einsatz von Bauchemikalien, 
  • Hersteller von Baustoffen nach umweltfreundlichen Produkten fragen, 
  • Erdaushub auf der Baustelle wiederverwenden, zum Beispiel als Füllmaterial oder zum Gartenbau, 
  • verwertbare Abfälle auf der Baustelle sortieren und getrennt sammeln.