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Energetisches Bauen und Sanieren

Energieeinsparverordnung

Im Klimaschutz hat sich die Bundesregierung große Ziele gesetzt. Gegenüber dem Jahr 1990 sollen die Treibhausgasemissionen um 40 Prozent bis 2020, um 55 Prozent bis 2030, um 70 Prozent bis 2040 und sogar um 80 bis 95 Prozent bis 2050 reduziert werden. Im Baubereich werden diese Ziele in erster Linie durch die Energie-Einspar-Verordnung (EnEV 2014) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) umgesetzt. Über deren Einhaltung wachen die zuständigen Bauordnungsämter. Für alle Baumaßnahmen, für die Bauanträge gestellt werden müssen wofür die entsprechenden Bauordnungsämter also eine Baugenehmigung ausstellen, sorgen die beteiligten Sachkundigen (Architekten, Ingenieure, Energieberater, usw.) dafür, dass die genannten Gesetze und Verordnungen eingehalten werden. Sie erstellen auch die erforderlichen Berechnungen und Nachweise zur Vorlage bei den zuständigen Bauordnungsämtern.

Wo das EEWärmeG in der aktuellen Fassung lediglich auf Neubauten oder neubauähnliche Bauvorhaben abzielt, greift die EnEV auch bei nicht genehmigungspflichtigen Umbau- und Sanierungsmaßnahmen wie beispielsweise:

  • nachträgliche Dämmung von Außenwänden (wie Wärmedämm-Verbundsysteme – WDVS), 
  • Erneuerung des Fassadenputzes und Errichtung einer neuen Fassadenbekleidung oder Verklinkerung, 
  • Erneuerung von Fenstern und Außentüren, 
  • nachträgliche Dämmung von Dächern, 
  • Erneuerung der Dacheindeckung (Dachziegel, Flachdachabdichtungen oder ähnlich), 
  • Dämmung der obersten Geschossdecke zum nicht beheizten Dachraum (“Speicher“), 
  • Dämmung der Kellerdecke, 
  • Erneuerung der Heizungsanlage und Austausch von Nachtspeicheröfen, 
  • Isolierung von Rohrleitungen des Heizungs- und Warmwassersystems, 
  • Einbau von Lüftungsanlagen, 
  • Einbau von Klimaanlagen. 

Hierbei sind grundsätzlich die Mindestanforderungen der EnEV einzuhalten. Um die wirtschaftliche Vertretbarkeit zu wahren, sind für bestimmte Maßnahmen Bagatellgrenzen eingeführt worden. Im Zweifelsfall sollte der Rat eines Sachkundigen oder des zuständigen Bauordnungsamtes eingeholt werden. Sollen umfangreichere Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden, die den betreffenden Altbau auf das energetische Niveau eines Neubaus oder sogar darüber hinaus verbessern, sollte eine detaillierte Gebäudeaufnahme und bauphysikalische Untersuchung als Grundlage der weiteren Planungen erstellt werden. Die bei den einzelnen Sanierungsmaßnahmen einzuhaltenden Mindestanforderungen sind in Anlage 3 der EnEV aufgeführt und in der nachstehenden Tabelle vereinfacht dargestellt. In der letzten Spalte sind als Vergleich typische Bauteilwerte eines 50er Jahre Wohnhauses angegeben. Der in der Tabelle angegebene U Wert beschreibt hierbei die Wärmedämm-Qualität des jeweiligen Bauteils. Je kleiner der U-Wert, desto besser ist das Wärmedämm-Vermögen des Bauteils einzustufen.

Höchstwerte der Wärmedurchgangskoeffizienten bei erstmaligem Einbau, Ersatz und Erneuerung von Bauteilen(„U-Wert“) gemäß aktueller Energie-Einspar-Verordnung (EnEV) folgen der neuen EnEV für Neubauten:

  • Neu gebaute Wohn- und Nichtwohngebäude (ab 1. Januar 2016) müssen höhere energetische Anforderungen erfüllen. Der zulässige Wert für die Gesamtenergieeffizienz (Jahres-Primärenergiebedarf) wird um 25 Prozent gesenkt. Ab 2021 gilt für alle Neubauten der von der EU festgelegte Niedrigstenergie - Gebäudestandard. Die hierfür gültigen Richtwerte sollen bis Ende 2018 veröffentlicht werden.