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Gedenktag 27. Januar 1945

Der Besuch des Bundespräsidenten Roman Herzog im Konzentrationslager Auschwitz im Januar 1995 war der erste Besuch eines deutschen Staatsoberhauptes an diesem Ort. Auschwitz ist das Synonym für die systematische Ermordung von Millionen jüdischer Menschen durch das NS-System. Aber auch andere Gruppen waren im Visier der Nazis, wie Roma und Sinti, Intellektuelle wie Geistliche, Kommunisten und Gewerkschafter, Zeugen Jehovas, Homosexuelle, sogenannte Asoziale, geistig wie körperlich Behinderte... 
Nach seiner Rückkehr aus Polen, wo die Nationalsozialisten zahlreiche ihrer Tötungslager errichteten, rief Roman Herzog 1996 den 27. Januar zum nationalen Gedenktag aus.

Seitdem bemüht sich der Rheinisch-Bergische Kreis, jedes Jahr im Januar eine Veranstaltung anzubieten, die diese Thematik aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet.


27. Januar 2021: Ein Film-Projekt mit der Auschwitz-Überlebenden Philomena Franz

"Zwischen Liebe und Hass"

Seit über 20 Jahren greift der Rheinisch-Bergische Kreis den Gedenktag „27. Januar 1945“, den Tag der Befreiung des KZ Auschwitz, mit Veranstaltungen auf. Dieses Jahr hat das Kulturamt des Rheinisch-Bergischen Kreises ein ganz besonderes Film-Projekt mit der Auschwitz-Überlebenden Philomena Franz vorbereitet: Ein Zeitzeugen-Interview mit dem an ihre Autobiographie angelehnten Titel "Zwischen Liebe und Hass".


Philomena Franz
Philomena Franz ist eine deutsche Sintizza, Auschwitz-Überlebende, Zeitzeugin und Autorin, die sich sehr um die Erinnerungskultur in Deutschland, speziell in Bezug auf das Schicksal der Sinti und Roma im Nationalsozialismus, verdient gemacht hat. 1995 wurde ihr für ihre Verdienste das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. 2001 wurde sie von der Europäischen Bewegung Deutschland mit dem Preis „Frauen Europas“ ausgezeichnet.

In dem Interview lässt Philomena Franz an ihrer berührenden Geschichte teilhaben. Sie berichtet von ihrer Verhaftung, der Deportation in das KZ Auschwitz-Birkenau, vom Lagerleben, von Flucht und psychischen wie physischen Qualen. Aber selbst angesichts dieses schier unvorstellbaren Leids auch immer wieder von Hoffnung, von dem Glauben an das Gute in den Menschen.

Philomena Franz ist heute bekannt als Autorin und Zeitzeugin, sie hielt Vorlesungen in Universitäten, Schulen und Volkshochschulen. Ebenso kämpft sie immer noch – auch mit 98 Jahren – unermüdlich für Versöhnung, sie sagt: „Man kann nicht das Böse mit dem Bösen vergelten“.

Die Patenklassen des Projektes
Schülerinnen und Schüler aus Bergisch Gladbach und Rösrath haben sich im Vorfeld des Projektes mit der Autobiographie "Zwischen Liebe und Hass" beschäftigt und sind mit ihren Fragen an Philomena Franz herangetreten. Bei dem Projekt handelt es sich um eine Zusammenarbeit des Kulturamtes des Rheinisch-Bergischen Kreises mit Schülerinnen und Schülern der Nelson-Mandela-Gesamtschule (9c) aus Bergisch Gladbach und der LVR-Schule am Königsforst (10b) aus Rösrath. Diese waren „Patenklassen“ des Projektes. Diese Zusammenarbeit wurde darüber hinaus durch die Kooperation mit den KulturScouts Bergisches Land ermöglicht.

Interessierte, die den Film im Kontext von Erinnerungs- und Bildungsarbeit nutzen möchten, können sich beim Kreiskulturamt telefonisch unter 02202 132770 oder per Mail an kultur@64b5224e3809431f8ac081fb52c2d650rbk-online.de melden.

27. Januar 2020: Eine Foto-Ausstellung von Marie-Louise Lichtenberg

„Flucht früher und heute“ 

 Eve-Marie Minna Czyttrich (1923-2012) und  Azad Ibrahim (1987). © Marie-Louise Lichtenberg 2008 und 2018

„Flucht früher und heute“
Eine Ausstellung von Marie-Louise Lichtenberg

Die Wermelskirchener Künstlerin und Autorin Marie-Louise Lichtenberg stellt in ihrer eindrücklichen Fotoausstellung Fluchterfahrungen des Zweiten Weltkrieges denen der heutigen Opfer von Krieg und Terror gegenüber. Die großformatigen Porträtfotos, flankiert von begleitenden Texttafeln, erzählen Lebens- und Fluchtgeschichten in einem Zeitraum von über 80 Jahren. Der Besucher wird mit dem Leid der Opfer der irrsinnigen Rassenlehre der Nazis konfrontiert, aber auch mit Lebensgeschichten in denen Widerstand, Flucht, Terror und Vertreibung eine Rolle spielen – immer damals und heute, sei es in Deutschland oder Syrien.

Marie-Louise Lichtenberg hat sich auf eine aufwühlende Reise begeben, auf eine Reise durch Europa, aber auch auf eine Reise im eigenen Land. Sie ist Menschen begegnet, die ihre Heimat verlassen und sich gleichsam eine neue suchen mussten, Menschen, die ungewollt zu Fremden wurden. Sie wollte sie kennenlernen, diese Fremden mitten unter uns, mit ihnen sprechen, ihre Geschichte erfahren, sie bewahren und dokumentieren, sie zu Wort kommen lassen und porträtieren. Die Ausstellung wirbt für Mitmenschlichkeit und Respekt, aber auch für eine kritische Auseinandersetzung mit einem Thema, was zu jeder Epoche nur Verlierer hervorbringt und unmenschliches Leiden schafft: Krieg und Terror. Gleichzeitig erzählen die Porträts aber auch Geschichten von Mut, Neubeginn und Hoffnung.

Die Lebens- und Fluchtgeschichten beruhen auf zwei Büchern der Autorin, die insofern im Rahmen der Ausstellungseröffnung auch vorgestellt wurden: „Zwischen Glück und Grauen. Begegnungen mit Überlebenden der nationalsozialistischen Diktatur“ und „Ein Gefühl von Zukunft. Menschen verlassen ihre Heimat, überschreiten Grenzen, betreten Neuland“.