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Bauen und Umweltschutz

Gewässerschutz Bauen in Wasserschutzgebieten

Die Gesamtfläche des Rheinisch-Bergischen Kreises beträgt 437 km², davon befinden sich rund 22 Prozent in einem Wasserschutzgebiet. Zum Schutz der Trinkwassertalsperren und der Wassergewinnungsanlagen für Grundwasser werden Wasserschutzgebiete ausgewiesen, in denen bestimmte Handlungen genehmigungspflichtig oder verboten sind. Genaue Angaben hierzu können den jeweiligen Wasserschutzgebietsverordnungen entnommen werden. Zehn Wasserschutzgebiete gibt es im Rheinisch-Bergischen Kreis. Wer darin bauen will, muss zusätzlich zum Baurecht die Regelungen der betreffenden Wasserschutzgebietsverordnung einhalten.

Solche Verordnungen gelten im Bereich der Großen Dhünn-Talsperre, der Sengbachtalsperre, der Panzer- und Eschbachtalsperre sowie der zwar nie gebauten, aber immer noch nicht aus der Planung herausgenommenen Naafbachtalsperre. Wassergewinnungsanlagen sind die Wasserwerke in Köln- Erkermühle, Bergisch Gladbach-Refrath, Köln-Höhenhaus, Langenfeld-Monheim und Köln-Leidenhausen/Rösrath.

Bauen an Gewässern und in Überschwemmungsgebieten, Hochwasserschutz

In Talniederungen muss in Gewässernähe mit Überflutungen gerechnet werden. Innerhalb von bebauten Bereichen führen solche Hochwasserereignisse zu erheblichen Schäden. Daher wurden für die wichtigsten Gewässer im Land Nordrhein-Westfalen Überschwemmungsgebiete neu festgesetzt. Berechnungsgrundlage ist dabei einheitlich ein Hochwasserereignis, wie es statistisch einmal in 100 Jahren zu erwarten ist.

Im Rheinisch-Bergischen Kreis sind in den folgenden Kommunen Überschwemmungsgebiete festgesetzt worden:

  • Bergisch Gladbach: Strunde, Frankenforstbach, Saaler Mühlenbach, Mutzbach 
  • Leichlingen: Wupper und Weltersbach 
  • Kürten: Kürtener Sülz und Sülz 
  • Odenthal: Dhünn 
  • Overath: Agger, Sülz, Lennefe, Holzbach, Dresbach

Innerhalb der neu festgesetzten Überschwemmungsgebiete gilt nach den wassergesetzlichen Regelungen faktisch ein Bauverbot. Damit wird der Forderung, nach der den Flüssen mehr Raum zu geben ist, Rechnung getragen. Abweichungen von dem Bauverbot sind nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Zu den Einzelheiten berät die Untere Umweltschutzbehörde. Weitere Informationen, sowie die Karten, sind unter http://www.flussgebiete.nrw.de sowie auf der Homepage des Kreises unter dem Stichwort „Bauen in Überschwemmungsgebieten“ erhältlich.

Gewässerrandstreifen und bauliche Anlagen an Fließgewässern

Auch an Gewässern, für die keine Überschwemmungsgebiete festgesetzt wurden, gelten Einschränkungen bezüglich der angrenzenden Bebauung. Im Rheinisch-Bergischen Kreis gibt es eine Vielzahl von Fließgewässern, bei denen ein Gewässerschutzstreifen zwischen der Böschungsoberkante des Gewässers und dem geplantem Bauvorhaben einzuhalten ist. Hierunter fallen auch Einzäunungen, Stellplätze, Garagen, Terrassen, Erdanschüttungen und Gartenhäuser. Bei Fließgewässern beträgt der Gewässerschutzstreifen mindestens drei Meter. Eine Behinderung des Hochwasserabflusses muss unterbleiben. Ebenfalls bedürfen bauliche Anlagen an Fließgewässern, wie der Bau von Stützmauern, Verrohrungen oder Überfahrten, einer Genehmigung durch die Untere Umweltschutzbehörde. Auch hierbei sollten die Planungen frühzeitig abgestimmt werden.

Gebiete mit hohem Grundwasserstand

Es gibt Gebiete, in denen hohe Grundwasserstände das Bauen erschweren. Auch im Rheinisch-Bergischen Kreis gibt es mehrere solcher Gegenden. Die Grundwasserstände sind nicht immer gleich hoch, sie können sich im Sommer absenken und bei viel Regen wieder ansteigen. In besiedelten Gebieten kann es durch hohe Grundwasserstände zu Schäden am Bau kommen. Deshalb ist es wichtig zu wissen, ob das Bauvorhaben in einem Gebiet liegt, in dem mit ansteigendem Grundwasser zu rechnen ist. Wenn solche Gebiete bebaut werden oder ein Gebiet neu mit einem Bebauungsplan erschlossen wird, muss vorher geklärt werden, ob der Grundwasserstand später zu einem Problem führen kann. Bei der Planung des Bauvorhabens, vor allem des Kellers, sollte dies unbedingt berücksichtigt werden.

Die Untere Umweltschutzbehörde des Kreises verfügt über Kartenmaterial, welches die Verbreitung von Böden, die von Grund- oder Stauwasser beeinflusst sind, aufzeigen. In diesen Gebieten kann es erforderlich werden, das Grundwasser während der Bauphase vorübergehend abzupumpen. Es kann aber auch notwendig sein, den Keller wasserdicht anzulegen oder ihn sogar mit einer sogenannten „weißen Wanne“ aus Stahlbeton auszubauen, damit später keine Feuchtigkeitsschäden entstehen. In manchen Fällen ist es auch erforderlich, das Grundstück zuvor von einem Baugrundgutachter geologisch untersuchen zu lassen.

Deshalb sollten unbedingt schon vor dem Bauantrag die geologischen Karten der Unteren Umweltschutzbehörde eingesehen werden, um Angaben über de Grundwasserspiegeln zu erhalten. Diese Information kann dann schon gleich beim Bauantrag mit berücksichtigt werden. So erlebt man später keine bösen Überraschungen. Das vorübergehende Abpumpen des Grundwassers muss bei der Unteren Umweltschutzbehörde beantragt und von ihr genehmigt werden.

Hinweise zum sicheren Betrieb von Heizöltanks

Beim Heizen mit Öl gibt es Risiken, die bei sachgemäßem Umgang vermieden werden können. Ein Ölunfall kann beträchtliche Auswirkungen haben, sowohl für die Umwelt als auch in finanzieller Hinsicht für den Bauherren. Um diesen Risiken vorzubeugen, sind verschiedene Punkte zu beachten. Mit dem Einbau von Behältern muss ein Fachbetrieb beauftragt werden. Dies gilt auch für das Aufstellen, Instandhalten und Instandsetzen von Heizöltanks. Diese Betriebe müssen sich als Fachbetrieb ausweisen können. Bestimmte Anlagen mit wassergefährdenden Stoffen müssen durch zugelassene Sachverständige geprüft werden. Vergleichbar mit einem Auto, das regelmäßig zur Hauptuntersuchung muss, müssen Heizöltanks vor Inbetriebnahme und je nach Art und Größe der Anlage auch anschließend in regelmäßigen Abständen geprüft werden.

Für oberirdische Tanks außerhalb von Wasserschutzgebieten, mit einem Fassungsvermögen von mehr als 10.000 Litern, besteht eine Prüfpflicht vor Inbetriebnahme und danach alle fünf Jahre. In Wasserschutzgebieten sind oberirdische Tanks bereits ab einem Fassungsvermögen von mehr als 5.000 Litern vor Inbetriebnahme und danach alle fünf Jahre prüfpflichtig. Unterirdische Behälter sind in jeder Größenordnung prüfpflichtig, und zwar vor Inbetriebnahme sowie alle fünf Jahre, in Wasserschutzzonen alle zweieinhalb Jahre.

Tankanlagen in der Größenordnung von 1.000 - 5.000 Litern unterliegen keiner regelmäßigen Prüfpflicht. Jedoch ist eine Prüfung dieser Anlagen vor Inbetriebnahme vorgeschrieben. Bei diesen kleineren Anlagen kann die Prüfung durch einen Sachverständigen entfallen, wenn die Anlagen durch einen Fachbetrieb aufgestellt und eingebaut werden und der Fachbetrieb der zuständigen Behörde den ordnungsgemäßen Zustand der Anlage nachweist. Der Bauherr, beziehungsweise der Betreiber einer Tankanlage, ist dafür verantwortlich, die vorgeschriebenen Prüfungen rechtzeitig zu veranlassen. Die Prüfungen dürfen nicht von Heizungs- oder Tankbaufirmen durchgeführt werden. Die Untere Umweltschutzbehörde beim Rheinisch-Bergischen Kreis hat die Aufgabe, darüber zu wachen, dass die Prüfungen der Anlagen tatsächlich durchgeführt werden. Eine Liste der zugelassenen Sachverständigen ist bei der Unteren Umweltschutzbehörde erhältlich. Die hier beschriebenen Regelungen werden derzeit vom Bundesgesetzgeber überarbeitet. Es ist damit zu rechnen, dass die Prüfpflicht auch auf kleinere Anlagen erweitert wird.