Direkt zur Hauptnavigation Direkt zum Inhalt
Übernehmen

Ihr Behördenlotse

Ihr Wegweiser zu unseren Dienststellen. Geben Sie dazu einfach Ihren Suchbegriff ein, den Anfangsbuchstaben, oder wählen Sie direkt Ihr Thema:

 

Das Baugrundstück

Grundstücksmarkt und Grundstückskauf

© Gina Sanders - Fotolia.com

Der Kauf eines geeigneten Grundstücks erfolgt normalerweise auf dem freien Markt über Zeitungsannoncen oder durch das Einschalten von Immobilienmaklern. Daneben können auch Anfragen bei Gemeinden, gemeinnützigen, insbesondere kirchlichen, Institutionen zum Ziel führen. Eine weitere Möglichkeit besteht in der persönlichen Einsichtnahme örtlicher Bebauungspläne beim Bauamt der jeweiligen Kreis-, Stadt- oder Gemeindeverwaltung. Bevor die endgültige Entscheidung für ein Grundstück fällt, sollte man sich dieses genau anschauen. Eine wichtige Rolle spielt die Beschaffenheit des Untergrundes. Bei felsigem Grund oder hohem Grundwasserspiegel müssen beispielsweise entsprechende Vorkehrungen getroffen werden, die auch die Baukosten erhöhen. Auskünfte erteilen die Stadt- oder Gemeindeverwaltung, die Baugeschäfte vor Ort oder auch Nachbarn. Die Gewähr dafür, dass sich keine schädlichen Bodenverunreinigungen, sogenannte Altlasten, im Bereich des Grundstücks befinden, sichert eine Anfrage bei der Abteilung für Umwelt, Wasser- und Abfallwirtschaft der Kreisverwaltung.

Manchmal sind Grundstücke mit Rechten Dritter belastet. Es gibt öffentlich-rechtliche Baulasten wie zum Beispiel die Zuwegungs- oder Abstandsflächenbaulast. Ob eine solche Baulast vorhanden ist, darüber informiert die Baugenehmigungsbehörde. Privatrechtliche Lasten können beim Amtsgericht erfragt werden, dabei handelt es sich oft um sogenannte Grunddienstbarkeiten, wie Wegerechte von Nachbarn oder Leitungsrechte. Am besten fragt man den Grundstücksveräußerer nach einem Grundbuchauszug neueren Datums und nach bestehenden Miet- oder Pachtverhältnissen.

Es ist ebenso wichtig zu wissen, wie die Gegend um das Grundstück in den nächsten Jahren aussehen wird. Garantien für eine ruhige Lage auf Lebenszeit gibt es zwar nirgends, doch kann man bei der Genehmigungsbehörde erfahren, ob in der Nähe eine Autobahn, Industrieanlagen oder ähnliches geplant sind. Grundstückskaufverträge werden erst wirksam, wenn sie von einem Notar beurkundet worden sind. Das Eigentum am Grundstück geht erst nach der Beurkundung und mit der Umschreibung im Grundbuch über. Das Grundbuch wird bei den Amtsgerichten geführt. Ein Notar Ihrer Wahl berät Sie über alle mit einem Kauf verbundenen Rechte und Pflichten.

Vorsicht beim Kauf einer Bestandsimmobilie

Wer nicht selbst bauen möchte, findet im Bergischen Land auch immer wieder schöne Häuser, die zum Kauf angeboten werden. Damit man später keine böse Überraschung erlebt, sollte unbedingt vor dem Hauskauf einiges beachtet werden. Viele Hauskäufer glauben, mit der notariellen Beurkundung des Kaufvertrages und dem Kauf des Grundstückes auf der sicheren Seite zu sein. Häufig ist nicht bekannt, dass nahezu jedes Haus auch eine rechtsgültige Baugenehmigung braucht. Es gibt nur wenige Ausnahmen, für die dies nicht gilt.

Es reicht nicht aus, dass ein Haus im Grundbuch eingetragen ist. Das Grundbuch ist lediglich der Eigentumsnachweis am Grundstück. Der Notar sorgt für die Rechtsgültigkeit des Grundstückskaufvertrages und dafür, dass  Hauskäufer die rechtmäßigen Eigentümer des erworbenen Grundstücks werden. Wie das Grundstück genutzt werden darf und was dort gebaut werden darf, das ist in den Baugesetzen geregelt und wird in einer Baugenehmigung rechtlich bindend dokumentiert.

Damit es nicht zu unschönen Überraschungen kommt, sollte man sich vor der Unterschrift des Kaufvertrags die Baugenehmigung zeigen lassen und mit dem tatsächlichen Baubestand vergleichen. So lässt sich vor dem Hauskauf genau klären, ob wirklich alles in Ordnung ist. Die Bauämter sind hierfür auch gerne mit ihrem Rat behilflich.

Neuberechnung der amtlichen Grundstücksflächen

Das Vermessungs- und Katasteramt hat in den letzten 20 Jahren den Grundrissnachweis, also den geometrischen Nachweis der Grundstücke und Gebäude in dem Liegenschaftskataster, durch Vermessung und Berechnung wesentlich verbessert. Aus dem verbesserten Grundrissnachweis wurden im Jahr 2011 die amtlichen Flächen neu
berechnet und damit einer höheren Zuverlässigkeit und Rechtssicherheit zugeführt.

Die bisherigen Flächenangaben,deren Ursprung teilweise noch auf die Katasterurvermessung ab etwa 1820 zurückdatiert, haben zeitgemäßen Anforderungen oftmals nicht mehr genügt. Für circa 133000 Flurstücke im Kreisgebiet änderte sich die im Liegenschaftskataster nachgewiesene Fläche. Die neuberechneten Flächen können im Geoportal auf der Katasterkarte zur Ansicht eingeblendet werden.

In den Grundbüchern,die bei den Amtsgerichten geführt werden, wird die Übernahme der neuen amtlichen Flächen noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Hierauf werden Sie dort jedoch bei jeder Einsicht und jedem Grundbuchauszug hingewiesen. Für Fragen steht das Vermessungs- und Katasteramt des Rheinisch-Bergischen Kreises gerne zur Verfügung.