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Aktion "Lappen los"

Tausche Deinen Autoschlüssel gegen ein E-Lastenrad und ÖPNV Tickets!

Übergabe der E-Lastenräder und ÖPNV-Tickets an die Familien Weber und Rottländer
v.l.: Dhyan Borghoff, Natascha Schemmann, Ragnar Migenda, Willi Schmitz, Stephan Santelmann, Frank Stein, Stephan Rottländer, Franziska Wilbert, Florian Pappler, Tim, Susanne und Frank Weber mit Maskottchen Edda © Rheinisch-Bergischer Kreis

Der Rheinisch-Bergische Kreis und die Stadt Bergisch Gladbach haben im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche 2021 für die Zeit vom 16. bis zum 22. September zwei Haushalte gesucht, die ihren Autoschlüssel gegen ein kostenlos zur Verfügung gestelltes E-Lastenrad sowie Tickets für Bus und Bahn austauschen. Die Familie Rottländer und die Familie Weber aus Bergisch Gladbach dürfen sich zu den Gewinnerfamilien zählen und testen nun eine Woche lang kostenlos, wie sie mit dem E-Lastenrad und den Tickets für Bus und Bahn nachhaltig im Kreis unterwegs sein können. Ihre Erfahrungen teilen sie hier und auf Facebook:

Erfahrungsbericht der Familie Rottländer

 © Familie Rottländer

Wir sind die Familie Rottländer - Stephan (34), Lisa (31) und Elin (1) - und wohnen in Bergisch Gladbach. Das Haus ist zwar in der Stadtmitte, es geht aber doch einen sehr steilen Berg herauf, der jeden ohne Motor ins Schwitzen bringt. Unser 12 Jahre altes, treues Auto lassen wir schon viel stehen, wollen es aber im Rahmen der Aktion "Lappen los" noch besser schaffen!

Bericht vom 16.09.

Wow, was für ein Rad! Das mussten wir natürlich direkt unter die Lupe nehmen, aufladen und bei einer ersten Fahrt austesten.
Während wir überraschend schnell mit der etwas besonderen Fahrweise zurecht kamen, war Elin von dem großen Verdeck gar nicht begeistert und hat den 10-km-Ausflug lieber im gewohnten Kindersitz hinter Papa begleitet. Den Akku hat die Tour bei vielen Steigungen 17 Prozent gekostet. Gar nicht schlecht! Am Abend dann die Frage: Passt das Lastenrad überhaupt durch die schmale Kellertür? Ja, aber ganz knapp!

Bericht vom 17.09.

Heute ging es mit dem Lastenrad in die Innenstadt zur Lastenradschau. Im Vergleich zum Auto erfordert es ein wenig mehr Zeit in der Vorbereitung: Wetter checken - zum Glück kein Regen, also auch keine Regensachen, Rad und Helme aus dem Keller holen, alles an Gepäck (und das kann mit Kind selbst für einen kleinen Ausflug plötzlich mehr sein als man denkt) sicher verstauen, Helme an, Platz nehmen und los! Dafür geht es mit dem Rad dank Motor sehr zügig voran und man kann Abkürzungen nutzen, die Autos verwehrt sind. Am Ziel dann die großen Vorteile: Keine Parkplatzsuche, keine Kosten, einfach ankommen und absteigen. Elin fand die Fahrt ohne Verdeck super, also hoffen wir, dass das Wetter trocken bleibt.

Bericht vom 18.09.

Samstag ist Markttag und für uns heißt das: Früh aufstehen und Obst, Gemüse und Brot für die Woche einkaufen.
Normalerweise sind wir auf dem Rückweg schwer bepackt und stopfen einiges in den Korb unter dem Kinderwagen.
Diesmal konnten wir mit dem Lastenrad wie mit einem großen Einkaufswagen alles wunderbar einfach verstauen und hätten fast noch für eine zweite Familie einkaufen können. Kein gequetschtes Obst oder plattgedrückte Blumen. Und da wir viel schneller als gewohnt wieder zuhause waren, hatten wir mehr Zeit für ein ausgedehntes Frühstück.

Bericht vom 19.09.

Wenn man zum Geburtstagskaffee bei Kölner Freunden eingeladen ist und die direkt am Hansaring wohnen, denkt man:
Da kommen wir aus Bergisch Gladbach ja perfekt mit der S-Bahn hin! Also machen wir das doch. 10-15 min Fußweg und dann eine bequeme halbe Stunde Bahnfahrt. Natürlich kam es wie es kommen musste, denn plötzlich standen wir vor der Entscheidung, ob wir uns entweder jetzt so richtig beeilen oder eine Bahn später nehmen und damit eine halbe Stunde zu spät kommen. Wir sind also zur Bahn gejoggt, haben uns auf der Fahrt wieder erholt und in Köln einen schönen Nachmittag verbracht. Auf der Rückfahrt haben wir das Zeitfenster wie Profis optimal abgepasst. Als wir ohne Hektik auf dem Bahnsteig ankamen, fuhr die S11 gerade ein. So muss das!

Bericht vom 20.09.

Zum Wochenstart haben wir unsere Alltagswege testweise mit dem Bus zurückgelegt. Für unsere heutigen Fahrten von Stadtmitte nach Hebborn und nach Paffrath konnten wir Direktfahrten nutzen, das ist schonmal praktisch und zügig. Die Fußwege zu den Haltestellen schwankten jedoch zwischen wenigen Metern bis 10 min laufen. So dehnt sich die Von-Tür-zu-Tür-Zeit doch manchmal sehr und man ist mit dem Auto oder Rad gerade auf diesen kürzeren Strecken definitiv schneller. Ein weiteres Hindernis ist der vergleichsweise hohe Preis für kurze Fahrten. Da „lohnt" es sich eigentlich erst, wenn man mehrere Fahrten erledigen muss und ein 24-Stunden-Ticket nutzen kann. Oder direkt mit mehreren Personen unterwegs ist. Immerhin waren alle Busse sehr pünktlich.

Bericht vom 21.09.

Heute ging es für Lisa früh mit dem Lastenrad nach Leverkusen zur Arbeit. Mit dem Auto dauert die Strecke etwa eine halbe Stunde, mit dem Bus über eine Stunde aufgrund der Fußwege zur Haltestelle. Mit dem Lastenrad ging es tatsächlich fast so schnell wie mit dem Auto: 35 Minuten! Um möglichst viel der Strecke auf Radwegen zu fahren oder sichere (weil weniger befahrene) Straßen zu nutzen, mussten einige Umwege in Kauf genommen werden. In Schildgen half leider alles nichts. Dort ist es überall eng und ganz besonders für Radnutzende kein schönes Fahren. Leverkusen hat Bergisch Gladbach da einiges voraus: Hier ging es ausnahmslos über Radwege voran. Das macht richtig Spaß! Auf der Rückfahrt hieß es leider direkt hinterm Ortsschild wieder „Warum hört der Fahrradweg einfach hier auf?"

Bericht vom 22.09.

Es ist der letzte Tag der Aktion und wir wollten das Lastenrad noch einmal als Einkaufsfahrzeug nutzen. Dafür ging es in den Strundepark. Schon bei Ankunft stellte sich die Frage: Wo können wir das Lastenrad abstellen und anschließen? Es ist ein riesiger Parkplatz, sehr viel Platz. Aber nur für Autos. Und Fahrräder? Fehlanzeige. Nur Alnatura hat fast schon niedlich drei Fahrradständer vor dem Laden aufgebaut. Die waren bei unserer Ankunft alle belegt und auch eher schlecht platziert für ein langes Lastenrad, das etwas mehr Fläche nach vorne und hinten benötigt ohne im Weg zu stehen. Wir haben also daneben ohne Ständer gehalten und standen so direkt vor der Ladentür. Beinahe hätten wir vom Kassenband direkt ins Rad packen können.

Das Fazit von Familie Rottländer

Mit nur ein wenig gutem Willen ist es leicht möglich, das Auto viel öfter stehen zu lassen und stattdessen Bus, Bahn oder Rad zu nutzen. Zudem macht es einfach viel Spaß und fühlt sich toll an, nachhaltig unterwegs zu sein. Die Bewegung und frische Luft tun so gut. Wir haben als Familie auf jeden Fall sehr von der Aktion profitiert und für uns festgestellt, dass wir unser einziges Familienauto zwar nicht abschaffen, aber im Alltag deutlich weniger nutzen werden.

Was war das schönste Erlebnis mit dem E-Lastenrad oder den kostenlosen Bahn/Busfahrten?

Besonders schön war mitzuerleben, wie unsere Tochter das erste Mal in Bus und Bahn mitgefahren ist. Sie hat jede Gelegenheit genutzt mit anderen Fahrgästen Kontakt aufzunehmen und wollte die Verkehrsmittel am liebsten durch klettern und rumlaufen erkunden und erobern.

Was können Sie anderen Bürgerinnen und Bürgern mit auf den Weg geben, die auch darüber nachdenken häufiger nachhaltig mobil unterwegs zu sein?

Wenn man es wirklich will, dann am besten gar nicht viel nachdenken, was blöd oder umständlich laufen könnte. Einfach machen. Verspätungen, schlechte Straßen und fehlende Radwege sind nicht optimal, aber nur wenn wir den ÖPNV und die Straßen nutzen, bekommen sie mehr Bedeutsamkeit und werden verbessert und ausgebaut. Das gute Gefühl nach einer gelungenen Fahrt ist es allemal wert!

  • Und eine Rückgabe des E-Lastenrades hat nicht stattgefunden, da Familie Rottländer das E-Lastenrad nach unserer Aktion gekauft hat :)

Erfahrungsbericht der Familie Weber

© Familie Weber

Wir sind die Familie Weber - Susanne (53), Frank (53) und Tim (20) und wohnen in Bergisch Gladbach. Wir sind begeisterte Radfahrer können uns aber immer noch nicht zu dem Schritt entscheiden das Auto endgültig abzugeben. Daher würden wir dies gerne bei der Aktion "Lappen los" eine Woche lang testen.

Bericht vom 16.09

Heute Morgen waren wir alle drei ein bisschen aufgeregt und gespannt.
Gegen 9:15 Uhr starteten wir mit Bus bzw. Rädern Richtung Bensberg zum Treffpunkt in der Schlossstraße.
Der "Startschuss" für die Aktion "Lappen los" verlief in fröhlicher Runde. Nach erstem Ausprobieren und Insider-Tipps war es soweit:
Tim war schnell auf und davon mit dem Lastenrad - und wir beide mit unseren Rädern in größerem Abstand hinterher.
Nachmittags drehte Frank seine erste Runde, bevor Susanne sich auf das Rad traute: erstmal E-Funktion aus, Sattel runter und gaaaanz langsam - aber nach 100 Metern gab es kein Zurück mehr ...voll Speed bergrunter und bergauf. Beladen mit Blumen und Geschenk ging es zum Geburtstagskaffee nach Sand. Das Geburtstagskind freute sich sehr und nahm das Lastenrad gleich in Augenschein.

Nach der Kuchenschlacht war Fitness angesagt. Und runter, rauf und wieder runter zum Kombibad nach Paffrath. Wir lieben unsere Stadt, aber geht es auch mal ohne Berg? Da war frau mit Lastenrad im Vorteil. Herrlich, wie leicht das Rad fährt! Und schnell beim Warten an der Ampel noch ein Werbegespräch geführt... Bloß das Motorschalten in der Dunkelheit war schwierig, wenn statt der Plustaste die Minustaste getroffen wurde.

Mal sehen, was uns der morgige Tag bringt.

Bericht vom 17.09.

Start für Susanne zur Arbeit nach Leverkusen. Und in Sausefahrt nach Nussbaum runter.

Die Radwege in GL können schon mal sehr schmal werden.

Nach flotter Fahrt in Leverkusen angekommen.

Damit das Lastenrad nicht ungenutzt in Leverkusen rumsteht, geht es jetzt für Frank zurück ins Homeoffice.

Mal sind Verkehrsinseln passend. Manchmal aber auch ein wenig zu knapp.

Danach ging es nachmittags nach Rösrath zur Vorstellung des RöBikes, des kostenlosen Lastenrads für alle Bürger*innen.
Im Anschluss mit 10 Lastenrädern zurück nach Bergisch Gladbach zur Lastenradschau auf den Konrad-Adenauer-Platz
Bei der Lastenradschau gab es einen regen Austausch mit Bürgerinnen und Bürgern und über den Anbieter CCB Cologne Cargo Bike konnten verschiedene Lastenräder ausprobiert werden.
Wieder zu Hause angekommen, wurde der Akku nachgeladen, da wir ja noch etwas vorhatten.

Abends ging es dann mit Tim zurück nach Leverkusen, um Susanne von der Arbeit abzuholen und um danach Franks Mutter mit einem kleinen Geburtstagsgesteck in Köln zu überraschen. Nach knapp 100 km Lastenrad-Nutzung konnten wir und das Rad alle gut schlafen.

Bericht vom 18.09.

Da auch ein Lastenrad nur beschränkte Transportkapazitäten besitzt, wurde es heute nacheinander für einige Einkaufsausflüge, einmal zum Markt und zweimal zum Lebensmittelladen, genutzt.

Am Nachmittag ging es mit dem Lastenrad nach Köln, um die Transportmöglichkeit im ÖPNV/Regionalverkehr zu testen. Nach einer Stärkung im Café mit Sicht auf den Dom wurde erfolgreich die Nutzung der Fahrstühle im Kölner Hauptbahnhof ausprobiert. Einer der wenigen Bahnhöfe in Köln, die überhaupt einen Fahrradtransport auf den Bahnsteig zulassen. Die Fahrt in der S11 verlief auch ohne Probleme. Abends wurde das Lastenrad Tim übergeben, damit er es seinen Freund*innen vorstellen konnte.

Bericht vom 19.09.

Nach einem schönen Familienfrühstück starteten wir mit 3 Rädern und einem Lastenrad mit der S-Bahn Richtung Köln. Da der Zug Richtung Königswinter ausfiel, fuhren wir mit einem anderen Zug nach Hennef. Von dort fuhren die Frauen weiter mit dem Bus und Tim und Frank mit normalen Rad und Lastenrad auf die Magaretenhöhe im Siebengebirge (15 km und ca. 400 Meter hoch).

Die Geburtstagsgesellschaft freute sich kurze Zeit später über das Picknick aus dem Lastenrad.

Bericht vom 20.09.

Nach dem turbulenten Wochenende waren am Montag Susanne und Frank beide im Homeoffice, daher konnte Tim entspannt mit dem Lastenrad zur Arbeit in der GGS Hebborn fahren.
Abends gab es dann aber für beide noch einen Termin bei der Tante in Köln inklusive Hausbesuch der Hausärztin.
Das Lastenrad sollte hierbei noch 30 Liter Mineralwasser und französische Kekse transportieren. Was geplant war als komplette Fahrradtour nach Lindenthal, musste wegen der Arbeit mit der S11 verkürzt werden. Schön, dass das Lastenrad nur ein wenig länger als ein normales Rad ist.

Vom Hauptbahnhof ging es dann flott zur Tante. Abends um 21:50 machten wir uns auf den Weg wieder zurück nach Bergisch Gladbach, diesmal komplett mit dem Rad. Leider hatte die Steuerung einen Wackelkontakt, sodass immer wieder die Unterstützung des Motors ausfiel, trotzdem sind wir sicher zu Hause angekommen.


Bericht vom 21.09.

So langsam ist das Lastenrad ein fester Bestandteil der Familie geworden. Die Wackelkontakt-Probleme vom 20.09.2021 konnten behoben werden, indem die Kontakte der Displayhalterung mit einem Tuch poliert wurden (kleiner Grund - große Auswirkung).
Also ging es heute wieder für Susanne mit dem Lastenrad zur Arbeit und danach für Frank mit dem Lastenrad nach Bergisch Gladbach zurück ins Homeoffice.
Da Frank dringend zu einer Besprechung pünktlich sein wollte, gab er etwas mehr Kraft in die Pedale, musste aber dann, wie schon in der Bewerbung für das Lastenrad geschrieben, bemerken, dass Pedelecs noch nichts für ihn sind: Bei 26 km/h ist Schluss mit lustig bzw. der Unterstützung und alles geht nur noch über Muskelkraft.

Abends dann wieder alles zurück: Susanne mit dem Lastenrad in Leverkusen abholen, auf dem Weg dorthin Altglas wegbringen und den Sonnenuntergang genießen. Danach konnte Susanne zufrieden, ohne Wackelkontakte, schnell und entspannt zurückfahren, Frank hechelte (ohne elektrische Unterstützung) mit immer größerem Abstand hinterher.

Bericht vom 22.09.

Heute waren Susanne und Frank wieder im Homeoffice, daher keine Lastenrad-Nutzung tagsüber für die Oldies.
Das freute natürlich Tim, welcher gerne wieder damit zur Arbeit fuhr. Vielleicht bekommen wir ihn auch noch überredet, ein Bild hiervon mal hochzuladen.

Abends ging es dann zur Geburtstagsfeier unseres Patenkinds nach Sand kurz vor die Rochuskapelle.
Auch hier war das Lastenrad sehr hilfreich, wobei das Geburtstagsgeschenk zwar nicht schwer, aber dafür voluminös war.

Wunderbar konnten wir den Sonnenuntergang bei der Feier genießen!

Gut beleuchtet ging es dann runter nach Gronau, da Susanne noch ein Treffen mit Freundinnen hatte.

Und für Familie Weber war dies nicht der letzte Tag mit dem E-Lastenrad, da sie sich dazu entschlossen haben, die Ausleihe des E-Lastenrades noch bis Sonntag zu verlängern!

Bericht vom 23.09.

Da uns die Stadt freundlicherweise das Lastenrad bis zum Montagmorgen den 27.09.2021 ausgeliehen hat, konnten wir es wieder für den Weg zur Arbeit nutzen. Auf Franks Rückweg zum Homeoffice zeigte sich, warum das Lastenrad in der Schweiz gebaut wurde. Daher eine kleine Aufgabe: Finde den Fehler im ersten Bild!

Wir gehen davon aus, dass in der Schweiz die Fahrbahnverhältnisse grundsätzlich besser sind als in Deutschland. Daher wird dort die magnetische Befestigung des Ständers, welche wir sehr pfiffig finden, wahrscheinlich in allen Fahrsituationen ausreichend fest sein. Hier im Rheinland kam es aber leider ab und zu dazu, dass der Ständer während der Fahrt runterklappte. Dies ist kein Sicherheitsproblem, frau erschreckt sich einfach nur und das Lastenrad wird relativ laut, mann muss dann anhalten und den Ständer wieder hochklappen. Abends hat dann Frank Susanne von einem Corona gerechten Sommerfest abgeholt und beide konnten entspannt mit Lastenrad und normalem Rad nach Hause fahren.

Bericht vom 24.09.

Leider kamen Susanne und Frank heute nur am Morgen in den Genuss des Lastenrads (zur Arbeit/Homeoffice).
Hier zeigte sich, dass ein Fahrrad oder Lastenrad auf jeden Fall nicht langsamer als ein Auto für die Fahrt zur Arbeit ist, für Leverkusen war es auf jeden Fall so.

Ok, wenn alle mit dem Rad fahren würden müssten die Radwege breiter gemacht werden und Schikanen auf dem Weg zurückgebaut werden.

Abends waren wir zur Apfelernte eingeladen waren, daher mussten wir zum Leidwesen von Frank das Auto benutzen. Für das Lastenrad waren es einfach zu viele Äpfel, darüber hinaus musste noch ein Helfer, eine Leiter sowie sperrige Apfelpflücker transportiert werden.

Bericht vom 25.09.

Am Samstag konnten wir dank des Elektroantriebs mehr Zeit für das Frühstück gewinnen UND Weckmänner genießen, die es diese zu diesem Zeitpunkt nur bei Lob gab.

Abends ging es mit dem E-Lastenrad dann noch zu Freunden zum Flammkuchenessen, Federweißer und Wein trinken.

Bericht vom 26.09.

Susanne hatte einen längeren dienstlichen Termin, also ging es in Sausefahrt Richtung Leverkusen.

Und am Montag früh um 02:00 Uhr müde wieder zurück. Ohne Lastenrad hätten wir mit der Bahn erst um 05:00 Uhr losfahren können!

Das Fazit von Familie Weber

Es war eine tolle Aktion und eine gute Gelegenheit ein Lastenrad mal zu testen. Das Lastenrad hat es uns einfach gemacht auf das Auto zu verzichten.
Auch das Fahren auf der Straße mit dem Autoverkehr war mit Lastenrad entspannter, da man von den Autofahrern besser wahrgenommen wird und diese auch mehr Abstand als bei einem normalen Rad halten.
Der gesamte Zeitvorteil ist gegenüber einem Fahrrad ohne elektrische Unterstützung nicht so groß, aber dafür ist man hierdurch nicht so durchgeschwitzt, wenn man ankommt.

Bei der Radwegnutzung ist auf jeden Fall noch einiges zu tun, insgesamt müssten diese breiter oder besser in den Straßenverkehr integriert werden und Ampeln mit Induktionsschleifen auch für Radfahrer ausgestattet werden.
Bisher muss der Radfahrer im Rheinisch-Bergischen Kreis wie ein Fußgänger auf das Knöpfchen an der Ampel drücken und nach gefühlt einer Ewigkeit schaltet dann auch die Ampel irgendwann mal auf Grün. Als gutes Beispiel ist hier der Willi-Brand-Ring in Leverkusen zu nennen. Hier sind überwiegend Induktionsschleifen ca. 30 Meter vor einer Ampel im Boden eingelassen, sodass der Radfahrer ohne anzuhalten durchfahren kann. Dies ist (leider) noch auf Radfahrer ohne elektrische Unterstützung ausgelegt, für Pedelecs sollte die Grünphase noch schneller kommen. Insgesamt kann man den Radweg dort schon fasst als Radschnellweg bezeichnen. Schlechtbeispiele nenne ich hier jetzt nicht, dann würde die Liste zu lang. In Bergisch Gladbach haben wir aktuell meistens eine Mischform bei den Radwegen, in der Regel ist die Radwegnutzungspflicht aufgehoben, was aber für den Autofahrer oftmals nicht erkennbar ist. Beispiel Bensberger Straße: Es reicht einfach nicht, dass man auf einer Strecke von 2 km am Anfang und Ende ein Radweg-Ende Schild aufstellt und an den 10 dazwischen liegenden Kreuzungen/Einmündungen der Autofahrer nicht daran erinnert wird. Hupen, Schneiden und Beschimpfungen durch die Autofahrer sind hier die Regel. Wir sind auch nicht für einen weiteren Schilderwald, leider ist dieser aus eigener Erfahrung in einer Übergangszeit aber notwendig.

Beim ÖPNV ist in der Kombination der Fahrrad/Lastenrad-Nutzung noch sehr viel zu tun. Zum einen wäre es schön, wenn die Lastenrad-Nutzung wieder offiziell zugelassen würde, wobei ich mir jetzt nicht sicher bin, ob es “nur“ im Fernverkehr verboten ist. Insgesamt muss die Bahn ihre Züge für mehr Fahrradmitnahme (auch Lastenräder) ausstatten, damit es für die Bürger dauerhaft möglich ist auf das Auto zu verzichten. Aber die Züge sind nicht das einzige Thema, bei welchem Verbesserungspotential vorliegt. Die Bahnsteige sind im Rheinisch-Bergischen Kreis, Köln und Leverkusen sind in der Hauptsache nur über Treppen zu erreichen, meistens ohne Treppen-Fahrradrampe rechts und links, was man eigentlich immer problemlos einbauen könnte! Ab und zu gibt es auch Aufzüge, diese sind aber fast überall zu kurz für ein normales Fahrrad, einzige uns bekannte Ausnahme ist der Kölner Hauptbahnhof, dessen Aufzüge sogar kurze Lastenräder mit aufnehmen kann. Hier kann man die Schweiz als gutes Beispiel nennen: Alle Bahnhöfe, die wir bisher kennengelernt haben, haben keine Treppen sondern Rampen zu den Bahnsteigen, komplett und immer barrierefrei! Ich bin gespannt wie die Zugänge beim zweiten Bahngleis in Bergisch Gladbach werden, ein Zugang soll ja über eine Brücke oder Treppen realisiert werden.

Das Lastenrad oder ein Pedelec würde über die Radstation bestimmt häufiger verliehen, wenn die Ausleihkonditionen für ein Lastenrad oder Pedelec insgesamt günstiger und variabler wären. Das zeigt sich auch am Gesamtkilometerstand des Lastenrads: 1600 km, davon alleine 450 km durch unsere Nutzung im Rahmen der EuropäischenMobilitätsWoche.
Ein Mindesteinsatz von 8€ (Lastenrad) oder Pedelec (10€) für 3 Stunden Nutzung ist einfach zu viel um die Bürger*innen zum Testen zu gewinnen.
Auch wären günstige Mehrtages-, Wochen- und Wochenend-Tarife hilfreich.
Hier ist der Ansatz des RöBike in Rösrath (kostenloses Lastenrad) und von zwei Bakfiets in Heidelberg, welche bis zu 3 Tage kostenlos ausgeliehen werden können, einfach besser. Damit nicht immer die Gleichen die Räder ausleihen, kann man in Heidelberg das Angebot z.B. “nur“ einmal im Monat nutzen, warum also nicht in Bergisch Gladbach jedem Haushalt eine solche Nutzung mehrfach im Jahr kostenlos anbieten.
Siehe auch:
https://www.roebike.de/
https://www.zum-hd.de/lastenrad

Was war das schönste Erlebnis mit dem E-Lastenrad oder den kostenlosen Bahn/Busfahrten?

Das schönste Erlebnis war auf jeden Fall die Geburtstagsfahrt mit ÖPNV und Lastenrad ins Siebengebirge mit gemeinsamer Wanderung und Picknick mit Freunden. Hier konnten wir mit dem Lastenrad viel Gepäck auch über längere Steigungen problemlos transportieren und auch im Siebengebirge war die Wanderung, dank der Schiebehilfe des Lastenrads leicht zu bewältigen.
Natürlich war hier eine deutlich größere Organisation und Zeit nötig, um nicht mit dem Auto dort hinzukommen.  Mit dem Auto schafft man dies in 45 Minuten, mit ÖPNV und Rad ist man über zwei Stunden allein mit der Anreise beschäftigt. Aber diese Fahrt ins Blaue mit der tollen Landschaft rund um das Siebengebirge, welche sich uns auf der Fahrt dorthin ausgebreitet hat, haben für diesen Mehraufwand entschädigt. Beim Radfahren und der ÖPNV-Nutzung muss man sich einfach sagen, dass der Weg das Ziel ist.  Hier kann man alles genießen, im Auto hingegen wird der Weg zum Ziel einem oftmals durch Stau, Baustellen und Sperrungen versauert.
Kleine Anmerkung: Die meisten unserer Freunde standen auf der Rückfahrt eine Stunde im Stau, weil die A3 Richtung Norden gesperrt war.

Was können Sie anderen Bürgerinnen und Bürgern mit auf den Weg geben, die auch darüber nachdenken häufiger nachhaltig mobil unterwegs zu sein?

Ausleihen, Testen und Erfahrungen teilen!!!!
Die Bürger*innen sollen es einfach mal ausprobieren wie es ist sich mit Lastenrad oder Pedelec im leicht bergigen Rheinisch-Bergischen Kreis zu bewegen. Wir haben überwiegend positive Erfahrungen gemacht.
Über ihre Erfahrungen sollen sie sich mit Freunden und Bekannten austauschen, dann können sie auch etwas verändern.

Durch eine elektrische Unterstützung beim Radfahren ist man zwar insgesamt nicht viel schneller unterwegs, kommt aber dafür entspannter an. Darüber hinaus ist man bei Anstiegen schneller, was die dahinter fahrenden Autofahrer freut oder wenigstens nicht verärgert. Da man als Radfahrer weniger Platz verbraucht, kommt es auch nicht zu den endlosen Staus, die einen als Autofahrer nerven. Zu den Hauptverkehrszeiten kommt frau/man auf jeden Fall schneller an, als mit dem Auto (mit elektrischer Unterstützung wahrscheinlich sogar bis zu einer Entfernung von 15 km). Erst über positive Erfahrungen kommt man zu anderen Ansichten und einer veränderten Mobilität. Wenn dann im Straßenverkehr mehr Radfahrer unterwegs sind, werden die Radfahrer von den Autofahrern besser wahrgenommen und irgendwann auch gleichberechtigt respektiert.

Hier noch ein allgemeiner Rat bzgl. Fahrradnutzung im Straßenverkehr: Mindestens einen Meter nach rechts vom Straßenrand Abstand halten, das bringt keinen Autofahrer in die Versuchung an unmöglichen Stellen zu überholen. Radfahrer sind vollwertige Verkehrsteilnehmer und vollwertige Verkehrsteilnehmer sind immer nur über die Gegenfahrbahn zu überholen!

Vollbepackt und ohne Lastenrad, geht es jetzt wieder Einkaufen. Alles sehr mühselig und das Lastenrad wird stark vermisst.

Wir hatten viel Spaß mit dem Lastenrad und werden es sicher in Zukunft auch mal ausleihen.

Susanne, Tim und Frank Weber

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