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Eröffnung der Ausstellung „Rassendiagnose: Zigeuner − Der Völkermord an den Sinti und Roma und der lange Kampf um Anerkennung“ am 16. Januar im Kreishaus

Eröffnung der Ausstellung „Rassendiagnose: Zigeuner − Der Völkermord an den Sinti und Roma und der lange Kampf um Anerkennung“ am 16. Januar im Kreishaus

Seit mehr als zwanzig Jahren greift der Rheinisch-Bergische Kreis den Gedenktag zur Befreiung des KZ-Auschwitz am 27. Januar mit verschiedenen Veranstaltungen im Kreishaus auf. Am Dienstag, den 16. Januar, eröffnet Landrat Stephan Santelmann um 11 Uhr dazu die Ausstellung mit dem Titel „Rassendiagnose: Zigeuner“. Begleitet wird die Vernissage von Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 8 aus der Johannes-Gutenberg-Realschule in Bergisch Gladbach-Bensberg. Sie haben sich intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt und geben gemeinsam mit ihren Lehrerinnen sowie der Schulleiterin ihre Reflektionen in verschiedenen Formaten wieder. Zudem hat das Stadtarchiv Bergisch Gladbach seine Bestände und verschiedene Originalunterlagen dem Overather Filmemacher Christoph Felder zur Verfügung gestellt. Er hat diese gemeinsam mit der Schule zu einer kurzen Dokumentation zusammengestellt. Interessierte sind ausdrücklich eingeladen, an der Matinee im großen Sitzungssaal des Kreishauses teilzunehmen.

Zum Inhalt der Ausstellung
Rund 500.000 Sinti und Roma fielen nach Schätzungen dem Rassenwahn der Nationalsozialisten zum Opfer. Die transportable Ausstellung des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma zeigt den nationalsozialistischen Völkermord an der Minderheit auf: von der Ausgrenzung und Entrechtung der Minderheit im Deutschen Reich bis zu ihrer systematischen Vernichtung im besetzten Europa. Der menschenverachtenden Perspektive der Täter werden in der Ausstellung Zeugnisse der Opfer gegenübergestellt.

Historische Familienfotos von Sinti und Roma geben Einblicke in die Lebenswirklichkeit der Menschen und lassen sie als Individuen hervortreten. So macht die Ausstellung die zerstörerischen Lebenswege hinter den abstrakten Dokumenten der bürokratisch organisierten Vernichtung sichtbar. Der Besucher hat die Möglichkeit, mit seinem Smartphone Videos zu einzelnen Themen abzurufen, unter anderem Berichte von Überlebenden des Völkermords.

Zudem wird die Geschichte der Überlebenden im Nachkriegsdeutschland, die erst spät als NS-Opfer anerkannt wurden, beleuchtet. Es war die Bürgerrechtsbewegung der deutschen Sinti und Roma, die die ideologischen und personellen Kontinuitäten aus der Zeit des „Dritten Reichs“ zum Gegenstand einer gesellschaftlichen Debatte gemacht hat. Am Ende der Ausstellung steht ein Ausblick auf die Menschenrechtssituation der Sinti- und Roma-Minderheiten in Europa nach der Wende 1989.

Gedenktag am 27. Januar
Der 27. Januar – als Tag der Befreiung des KZ Ausschwitz 1945 − wurde von dem ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog als Gedenktag ins Leben gerufen. Der Rheinisch-Bergische Kreis nimmt dies seit vielen Jahren zum Anlass, um im Rahmen von Ausstellungen verschiedene Aspekte des Nationalsozialismus zu beleuchten. Ging es beispielsweise 2016 um Transporte jüdischer Kinder nach England, um sie vor der Einweisung in Ghettos zu schützen, so standen 2017 das Schicksal der Geschwister Scholl, ihre „Weiße Rose“ sowie die Frage nach zivilem Ungehorsam und möglichem Widerstand im Nationalsozialismus im Mittelpunkt.

Bis einschließlich 2. Februar ist die Ausstellung „Rassendiagnose: Zigeuner“ montags bis donnerstags von 8:30 bis 18 Uhr und freitags von 8.30 bis 14 Uhr im Kreishaus Heidkamp zu sehen. Weitere Informationen gibt es beim Kulturbüro des Rheinisch-Bergischen Kreises unter 02202 13 2770 oder per E-Mail an kultur@8e9edf09b5834f03a317f268bb71eaa9rbk-online.de.

von: Rheinisch-Bergischer Kreis/Pressestelle

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