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Landrat verleiht Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Herrn Dr. Arne Hofmann aus Bergisch Gladbach

Landrat verleiht Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Herrn Dr. Arne Hofmann aus Bergisch Gladbach
Bild: Dr. Arne Hofmann mit seiner Frau und Landrat Stephan Santelmann - Bildquelle: Rheinisch-Bergischer Kreis

Herr Dr. Arne Hofmann hat sich durch sein jahrzehntelanges Engagement im gesundheitlichen Bereich auszeichnungswürdige Verdienste erworben.

Seit 1991 engagiert sich Dr. Arne Hofmann im Bereich der Behandlung traumatisierter Patienten. Zwischen 1994 und 1997 hat er eine der ersten spezialisierten Stationen zur Behandlung psychisch traumatisierter Menschen in Deutschland aufgebaut und geleitet. Er ist Mitbegründer der ersten deutschen Ambulanz für Gewalt- und Folteropfer an der Universität zu Köln sowie Mitbegründer und 2. Vorsitzender der Organisation „Trauma Aid“, die Traumatisierte in vielen Ländern unterstützt.

Bei einem Auslandsaufenthalt zu Studienzwecken 1991 lernte Herr Dr. Hofmann die „Eye Movement Desensitization and Reprocessing-Methode“ (EMDR-Methode) kennen. EMDR ist eine standarisierte psychotherapeutische Behandlungsform, die speziell für die Traumabehandlung entwickelt worden ist und zur zügigen Verarbeitung und Desensibilisierung belastender Ereignisse und Erinnerungen genutzt wird. Dieses im Ausland erworbene Wissen bringt er seit seiner Rückkehr nach Deutschland immer wieder ein und verbreitet es. Hierdurch wurde die Behandlungssituation vieler traumatisierter Menschen erheblich verbessert. Einer seiner großen Verdienste ist die Gründung der Europäischen Dachgesellschaft der nationalen EMDR-Fachgesellschaften, wie auch der Deutschen EMDR-Fachgesellschaft, der „EMDRIA Deutschland e.V.“, dessen Vorstandsmitglied er aktuell ist. Zudem ist er Mitbegründer und Gründungsvorstand der „Deutschsprachigen Gesellschaft für Psychotraumatologie“ (DeGPT) sowie der „International Society for the Study Dissociation Deutsche Sektion e.V.“ (ISSD-D).

Dr. Arne Hofmann gründete 1992 das „EMDR-Institut Deutschland“, das er seither leitet. Er trug durch sein führendes Ausbildungsinstitut wesentlich dazu bei, dass mittlerweile über 10.000 Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Deutschland in dieser Methode ausgebildet wurden und somit den Betroffenen im Rahmen einer Traumabehandlung zur Verfügung stehen. Er übt seit 2000 Lehrtätigkeiten in verschiedenen Universitätsabteilungen im In- und Ausland aus. Ebenso ist er Autor und Co-Autor einer Vielzahl von Publikationen und gibt auch so sein Wissen weiter. Er baute ein entsprechendes Netzwerk qualifizierter Traumatherapeutinnen und Traumatherapeuten auf, welches unter anderem eng mit Trauma-Ambulanzen, Zentren für Folteropfer, Kliniken, Berufsgenossenschaften, der Bundeswehr und dem Entwicklungshilfeministerium zusammenarbeitet. So hat er von 1997 bis 2000 mit der Bundeswehr ein Programm für traumatisierte Soldaten entwickelt. Herr Dr. Hofmann gilt als Mitinitiator und Supervisor verschiedener Hilfsprojekte wie beispielsweise für die Opfer des Zugunglücks von Eschede 1998, dem Amoklauf am Gutenberg Gymnasium in Erfurt 2002, der Tsunami-Katastrophe Ende 2004 im Indischen Ozean und den Anschlägen in Paris im Januar 2015. Derzeit ist Dr. Arne Hofmann maßgeblich daran beteiligt, ein Netzwerk aufzubauen, das die traumatherapeutische Behandlung der in unserem Land in zunehmendem Maße eintreffenden Flüchtlinge organisiert.

2006 wurde die EMDR-Methode auf Antrag unter anderem auch von Herrn Dr. Hofmann zunächst beim wissenschaftlichen Beirat für Psychotherapie als wissenschaftliches Verfahren für die Behandlung der posttraumatischen Belastungsstörung bei Erwachsenen anerkannt. Er ist Mitglied der redaktionellen Leitlinienkommission der „Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V.“ (AWMF), die 2011 veröffentlicht worden ist. Auch hier fand EMDR als etabliertes Behandlungsverfahren bereits Berücksichtigung. 2014 ist die offizielle Anerkennung von EMDR vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), dem obersten Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung im deutschen Gesundheitswesen, beschieden worden.

Im Jahr 2003 erhielt er den „Ron Martinez Memorial Award“ am EMDRIA Conference in Denver und 2012 wurde ihm von der europäischen EMDR-Fachgesellschaft „EMDR Europe“ in Madrid der „David Servan-Schreiber Preis“ für außergewöhnliche Beiträge zur Entwicklung der EMDR-Methode verliehen.

von: Rheinisch-Bergischer Kreis/Pressestelle

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