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Corona-Virus: Der Rheinisch-Bergische Kreis unter der Lupe

Seit dem 17. März sind zur Eindämmung des Corona-Virus alle Dienststellen des Rheinisch-Bergischen Kreises für den Besuchsverkehr geschlossen. Viele Mitarbeitende befinden sich im Homeoffice und bearbeiten von dort aus die Anliegen von Bürgerinnen und Bürgern. Doch auch hinter den Kulissen des Kreishauses wird unter strengen Hygienevorkehrungen weiter emsig gearbeitet.

In den vergangenen Wochen hat der Rheinisch-Bergische Kreis ein umfangreiches Lagezentrum für das Gesundheitsamt mit zahlreichen Mitarbeitenden eingerichtet. Sie wurden aus verschiedenen Abteilungen der Kreisverwaltung zusammengerufen und speziell geschult, um besondere Aufgaben wie zum Beispiel die Besetzung des Bürgertelefons zu übernehmen oder Quarantäneanordnungen zu treffen. Dennoch läuft bei den meisten Fachämtern der Betrieb weiter, wenn auch nur mit telefonischem oder E-Mail-Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern. Was tut sich wo?

Krisenstab – Dr. Erik Werdel, Kreisdirektor des Rheinisch-Bergischen Kreises und Leiter des Krisenstabes

Meine Aufgabe als Leiter des Krisenstabes besteht vor allem darin, alle anstehenden Fragestellungen von Bedeutung zu erkennen, sie zu bündeln und zu koordinieren, um sie durch verantwortungsvolles, überlegtes Handeln in zeitnahe Entscheidungen zu überführen. Und das im Sinne unserer 280.000 Bürgerinnen und Bürger im Rheinisch-Bergischen Kreis.

Aktuell geht es bespielsweise um die weltweite Beschaffung von Schutz-Material in riesigen Mengen und die damit verbundene Logistik und Verwaltung. Seit Beginn meiner Amtszeit im RBK vor fast zwölf Jahren war der Krisenstab schon mehrfach in der Situation, vorbereitend tätig zu werden oder wurde auch schon aktiviert. Bezüglich des Themas Gesundheit mag man dabei an EHEC, die Vogelgrippe oder die afrikanische Schweinepest erinnern. Eine Lage wie die aktuelle geht aber deutlich über die bisherigen hinaus.

Der Krisenstab umfasst derzeit rund 20 Personen und arbeitet im Zweischicht-System. Dabei muss man einerseits sehr fokussiert sein und Wichtiges von weniger Wichtigem unterscheiden können. Andererseits gilt es, für viele Akteure und Ebenen mitzudenken, die durchaus eigene Ansichten und Schwerpunkte haben können und die einem auch helfen, den eigenen Sichtkreis zu erweitern. Dennoch muss die eigene Handlungsfähigkeit aufrecht erhalten bleiben. Die Arbeit im Krisenstab ist herausfordernd, aber ich persönlich finde, es gibt auch kleine Glücksmomente – wenn zum Beispiel ein Etappenziel geschafft ist, wenn ein großes Hindernis mit vereinten Kräften aus dem Weg geräumt wurde. Vieles ist ja nur gemeinsam lösbar. Das erfüllt mich dann trotz der ernsten Lage auch mit Zufriedenheit.

Informationsgewinnung/Verbindung zur Einsatzstelle – Axel Staehler

Ich bilde die Schnittstelle zwischen dem Krisenstab und der Einsatzleitung und übermittele dabei Meldungen und Informationen, um alle Personen in die Lage zu versetzen ihre Aufgaben erledigen zu können.

Meine Aufgabe ist es vor allem Schutzausrüstung für die Krankenhäuser, den Rettungsdienst, den Pflegebereich sowie den Feuerwehren zur Verfügung zu stellen. Dazu zählen Schutzkittel, Schutzmasken, Handschuhe und Desinfektionsmittel.

Es ist natürlich aktuell eine herausfordernde Tätigkeit, die aber besonders im Team und weil alle gut und konstruktiv zusammenarbeiten, Spaß macht.

Lage und Dokumentation – Ralf Mortsiefer

Im Krisenstab arbeite ich im Bereich „Lage/Dokumentation“. Dabei recherchieren wir aktuelle Daten. Mein Wissen aus dem täglichen Arbeitsbereich im Geodatenmanagement kommt mir hier zu Gute.

Mit dem Geoinformationssystem (GIS) kann ich dann die aktuellen Fallzahlen graphisch auf einer Karte des Kreisgebietes darstellen. Das hilft, in den Krisenstabssitzungen die Übersicht über die Gesamtlage zu behalten. An meinem Job bereitet es mir besondere Freude, einen kleinen Beitrag für das Krisenmanagement des Rheinisch-Bergischen Kreises leisten zu können. Täglich greifen rund 5.000 Menschen auf die digitale Übersichtskarte mit den Fallzahlen zu.

Bevölkerungsinformation und Medienarbeit (BuMA) – Birgit Bär
und S5 – Bernhard Winkelmann

Bevölkerungsinformation und Medienarbeit (BuMA) – Birgit Bär

Im Krisenstab des Rheinisch-Bergischen Kreises leite ich im Moment in Vollzeit das Team der Bevölkerungsinformation und Medienarbeit (BuMA). Normalerweise habe ich eine Doppelfunktion inne, als Büroleiterin des Landrats und Geschäftsführerin des Vereins :aqualon e.V. Jegliche Kommunikation mit der Bevölkerung, den Medien sowie dem Bürgertelefon findet über die BuMA statt. Täglich geben wir beispielsweise mindestens eine Pressemitteilung zu den aktuellen Fallzahlen heraus und beantworten Anfragen der Medienvertreterinnen und -vertreter.

Mein Tag beginnt morgens mit der Sitzung des Krisenstabs. Hier laufen die Informationen aus allen Bereichen zusammen. Besonders wichtig ist für uns der Austausch mit unseren Verbindungspersonen beim sogenannten S5 im Lagezentrum des Gesundheitsamtes. Durch sie bekommen wir aktuelle und vor allem fachlich relevante Informationen, die wir für unsere Medienarbeit nutzen. Der Betrieb des Bürgertelefons ist ebenfalls Aufgabe der BuMA. Darüber hinaus informieren wir die Bevölkerung auf direktem Wege über unsere Homepage und den Facebook-Kanal des Rheinisch-Bergischen Kreises. Auf Social Media beantworten wir die Fragen der Bürgerinnen und Bürger an sieben Tagen der Woche und geben ihnen Verhaltenshinweise zur aktuellen Situation.

S5 – Bernhard Winkelmann

Derzeit habe ich gemeinsam mit meiner Kollegin Beate Werheid die Funktion des sogenannten „S5“ inne. Die Bezeichnung S5 stammt aus Stabsstrukturen und ist die Abkürzung für Verbindungsperson Presse- und Medienarbeit, konkret hier zwischen dem Lagezentrum des Gesundheitsamtes und dem Team der BuMA (Bevölkerungsinformation und Medienarbeit) im Krisenstab.

Im normalen Verwaltungsbetrieb sind wir beide Schulpsychologen. Jetzt unterstützen wir die Kolleginnen und Kollegen des Gesundheitsamtes. Wir geben zum Beispiel die aktuellsten Informationen des Robert-Koch-Institutes sowie der WHO an die Mitarbeitenden am Bürgertelefon weiter, damit sie die Anfragen der Bevölkerung entsprechend der Richtlinien beantworten können. Einmal täglich setze ich mich mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der BuMA zusammen, um die Entwicklungen der Fallzahlen, wichtige Ereignisse sowie die daraus resultierenden Aufgaben zu besprechen. Dabei stimmen wir uns für die Kommunikation eng ab. Es ist wichtig, dass es diesen Austausch zwischen dem Lagezentrum des Gesundheitsamtes mit dem entsprechenden fachlichen Hintergrund und den Kolleginnen und Kollegen der BuMA gibt. Es macht mir Freude, Verantwortung zu übernehmen sowie Teil eines Teams zu sein, das für klare, fachlich begründete und transparente Kommunikation sorgt.

Gesundheitsamt – Dr. Cornelia Scherzberg

Ich bilde die Schnittstelle – zum Krisenstab, zu Kliniken, zu ambulanten Ärzten und vielen anderen. Wir wollen die Menschen, die sich angesteckt haben, vorab so gut erfassen und damit auch die Kontaktpersonen erfahren, um durch deren Beratung und Quarantäne-Anordnung eine Weiterverbreitung der Infektion bestmöglich zu verhindern.

Vor der Corona-Lage waren wir im Gesundheitsamt 75 Mitarbeitende. Jetzt sind wir 225. Im Amt gibt es nun das Lagezentrum mit verschiedenen Arbeitsgruppen. Dazu gehören zum Beispiel Fall-Ermittlung, Kontaktpersonen-Ermittlung und Kontaktpersonen-Nachverfolgung. Das ist viel Arbeit. Manche von uns haben wochenlang ohne Wochenende und bis spätabends durchgearbeitet. Aber alle ziehen mit, ohne Scheu vor so viel Neuem und so viel Verantwortung. Trotz der großen Anstrengung macht die Zusammenarbeit auf diese Art Freude.

Gesundheitsamt „Team positiv“ – Martina Jülich-Nathan

Ich bin Hygienefachkraft in der Abteilung Infektionsschutz des Gesundheitsamtes. Wir bekommen die Testbefunde und rufen Menschen an, die positiv getestet wurden. Im Gespräch erklären wir, dass sie 14 Tage in Quarantäne bleiben müssen und fragen nach Kontaktpersonen.

Während der Quarantäne müssen die Betroffenen ein Tagebuch führen, ob und wann Symptome auftreten. Außerdem sollen sie zweimal täglich Fieber messen, ebenso wie ihre Kontaktpersonen, die im Haushalt leben. Entwickeln die Kontaktpersonen Symptome, schicken wir einen so genannten mobilen Abstreicher zu ihnen, der einen Abstrich nimmt. Wer in Quarantäne ist, darf übrigens auf den Balkon oder in den eigenen Garten, aber zum Beispiel nicht den Müll rausbringen, wenn er dabei direkten Kontakt zu anderen Menschen haben könnte. Dabei sollte man sich dann helfen lassen. Die Menschen, mit denen wir beim „Team positiv“ Kontakt haben, sind insgesamt sehr freundlich, verständnisvoll und nehmen das positive Testergebnis und die Quarantäne meist mit Gelas-senheit.

Gesundheitsamt „Team negativ“ – Elke Bachem

Das Team „negativ“ im Lagezentrum arbeitet in drei Schichten. In jedem Team sind bis zu neun Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Arbeitsbereichen der Kreisverwaltung tätig. Jede einzelne Schicht arbeitet 19 Stunden pro Woche.
Unsere Aufgabe ist es, den getesteten Personen ihr negatives Testergebnis mitzuteilen und sie nach ihrem derzeitigen Gesundheitszustand zu befragen. Da-bei weisen wir darauf hin, dass sie sich gegebenenfalls bei zukünftig auftretenden Symptomen innerhalb der Zeit der Quarantäne beim Gesundheitsamt bzw. Lagezentrum 53 melden sollen. Dann kann soweit notwendig, ein weiterer Abstrich genommen werden.

Bis zu dem Vorliegen des neuen Testergebnisses wird täglich der Gesundheitszustand abgefragt. Am letzten Tag der angeordneten Quarantäne werden die „negativ“ getesteten Personen nochmals telefonisch kontaktiert, nach ihrem Gesundheitszustand befragt sowie über das Ende der Quarantänezeit informiert. Im normalen Betrieb arbeite ich im Amt für Planung und Landschaftsschutz.

Bürgertelefon – Christine Schwarzenthal

Ich bin eine von über 20 Mitarbeitenden am Bürgertelefon. Im normalen Betrieb arbeite ich in der Bauaufsicht des Rheinisch-Bergischen Kreises.
Viele Bürgerinnen und Bürger am Telefon möchten beispielsweise wissen, wie sie sich vor einer Ansteckung schützen können, was sie machen sollen, wenn sich Familienmitglieder angesteckt haben und wie sich dies auf die Ausübung ihrer Arbeit auswirkt.

Wir verweisen in den Telefonaten auch auf die bereit gestellten Informationen auf unserer Homepage, die Richtlinien des Robert-Koch-Institutes sowie die Hinweise vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes. Besonders gefällt mir an meiner Aufgabe hier beim Bürgertelefon, dass ich im direkten Dialog mit den Menschen aus dem Kreis bin. Dabei kann ich ihnen oft ihre Sorgen und Ängste nehmen, wichtige Informationen an die Hand geben sowie vor allem ihre Dankbarkeit spüren.

Soziales/ Pflege und Eingliederungshilfe – Claudia Materne

Unsere Aufgabe ist es, die pflegerische Versorgung der Bevölkerung im Rheinisch-Bergischen Kreis zu sichern. Circa 50 Mitarbeitende und damit 60% des Amtes widmen sich dieser Arbeit und sind in acht Arbeitsgruppen tätig.
Besonders stark wird die Hotline frequentiert. Wir vermitteln den Einrichtungen und Diensten der Pflege und Eingliederungshilfe aktiv Unterstützungs- sowie Hilfsangebote und beantworten alle Fragen rund um die pflegerischen Themen. So haben wir ein großes Ehrenamtsnetzwerk, in dem sich Menschen engagieren. Sie erledigen beispielsweise Einkäufe oder gehen mit dem Hund Gassi. Wir versuchen den Anruferinnen und Anrufern ihre Unsicherheiten zu nehmen und in vielen Fragestellungen zur Seite zu stehen.

Es freut mich, einen Beitrag dazu leisten zu können, die Interessen und Bedarfe der besonders erkrankungsgefährdeten Mitbürgerinnen und Mitbürger bei der Planung von Unterstützungsleistungen berücksichtigen zu können, so dass diese Menschen die Hilfen bekommen, um die „Coronazeit“ bestmöglich zu bewältigen. Unser Team versteht sich zudem als Partner aller Akteure, die pflegerische oder sonstige Unterstützungsleistungen für die Menschen der verschiedenen Zielgruppen erbringen.

Jugend und Familie – Thomas Straßer

Das Amt für Familie und Jugend stellt zum Beispiel den Kinderschutz sicher, Geldleistungen und Betreuungsangebote für Schlüsselpersonen. Damit wir bei wichtigen Themen wie Kindeswohlgefährdungen, Unterhaltsvorschuss oder eben den Betreuungsangeboten für Schlüsselpersonen weiterhin schnell reagieren können, haben wir die Teams geteilt und Schichtdienste eingerichtet. Dafür arbeiten 65 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an vier Standorten (nämlich in den Jugendhilfebüros Burscheid und Kürten sowie im Kreishaus Gronau und an der Hauptstraße in Bergisch Gladbach) im Zweischicht-Betrieb. Zudem haben wir in den sogenannten „systemrelevanten Bereichen“ komplett auf Homeoffice umgestellt, als Sicherheit zum Beispiel für die Bearbeitung von Elterngeld, Amtsvormundschaften, Beistandschaften oder Kinderbetreuung. Außerdem wurden Hotlines eingerichtet für Leitungen der Kindertagesstätten, Kindertagespflegepersonen und Eltern.

Die Sozialarbeiter haben alle ihre Familien angeschrieben und sind mit ihnen im telefonischen Austausch sofern diese das Wünschen. Auch sind viele Beratungsstellen und Unterstützungsangebote weiterhin zugänglich. Zwar kann das Personal keine persönliche Beratung durchführen, die Angebote können aber von Familien telefonisch oder per Online-Beratung in Anspruch genommen werden.

Im Familienportal bündeln wir aktuell Ansprechpartner an die sich Familien, Jugendliche sowie Frauen und Mädchen wenden können.

Straßenverkehrsamt – Torsten Lammers

Die Straßenverkehrsbehörde ist derzeit für Publikum geschlossen, arbeitet aber weiterhin an der übergeordneten Aufgabe „Sicherheit im Straßenverkehr“. Es ist nur so, dass zurzeit viele Mitarbeitende von uns das Lagezentrum des Gesundheitsamtes verstärken, einfach weil es dort aktuell um Leben und Gesundheit geht. Deswegen hat der Rheinisch-Bergische Kreis seine Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, Zulassungen derzeit möglichst zurückzustellen. Denn durch die personelle Einschränkung kann der Besucherservice im Moment primär nur für äußerst dringende Fälle angeboten werden. Wenn zum Beispiel eine Krankenschwester oder ein Feuerwehrmann ihr Auto zulassen müssen, um zur Arbeit zu kommen.

Bei allem Verständnis werden wir aber leider immer noch viel zu häufig nach Terminen für beispielsweise Wohnmobile oder Motorräder, die hobbymäßig genutzt werden, gefragt. Über 200 Terminanfragen über das vergangene Wochenende, angeblich allesamt Notfälle, zeigen doch, dass die Menschen noch solidarischer mit wichtigen Berufsgruppen sein könnten. Das kann man auf verschiedene Art zum Ausdruck bringen.

IT-Service – Engelbert Brück
und strukturierte Datenbank – Evelyn Arnold 

IT-Service – Engelbert Brück

Der IT-Service versorgt die Lagezentren, in denen viele neue Plätze mit Telefon und Rechner ausgestattet werden mussten. Wir haben 70 Stück in zwei Tagen eingerichtet, dazu weitere Dienste wie neue E-Mail-Postfächer. Abends und am Wochenende haben wir zurzeit einen Bereitschaftsdienst. Der hilft bei Problemen per Fernwartung. Außerdem betreuen wir vermehrt Mitarbeitende in Homeoffices.

Es ist dabei schön zu sehen, wie diese neue Aufgabe Menschen zusammenbringt und wie Menschen plötzlich Technik neu für sich entdecken. Wie unser Telefonprogramm: Das ist eigentlich ein ganzer Kommunikationsdienst mit verschiedenen Angeboten. Damit kann man zum Beispiel anderen Personen online etwas auf dem eigenen Bildschirm zeigen oder einzeln und in Gruppen chatten. Früher wurde so etwas selten genutzt. Nun werden diese Funktionen plötzlich gebraucht, zur Einhaltung von Sicherheitsabständen. Und es funktioniert! Ich hoffe, die technischen Vorteile und die Aufgeschlossenheit der Menschen bleiben uns nach der Krise erhalten.

Strukturierte Datenbank – Evelyn Arnold 

Gemeinsam mit der IT-Abteilung des Hauses haben wir eine Datenbank programmiert. Diese zeichnet aus, dass mehrere Nutzer, aktuell sind es über 150, daran arbeiten können. Damit können wir zahlreiche Daten auszuwerten und die Fallzahlen darstellen. Zusammen mit der IT-Abteilung entwickeln und optimieren wir sie laufend weiter.

Krisenstab/Lagezentrum – Markus Fischer, Dezernent des Rheinisch-Bergischen Kreises

Das Dezernat III, welches ich leite, umfasst die Bereiche Schulen, Sport und den Schulpsychologischen Dienst, aber auch Familie, Jugend, Soziales, Gesundheit sowie Feuerschutz und Rettungswesen. Daher ist das Dezernat auch besonders von der Corona-Krise betroffen. Derzeit koordiniere ich das Lagezentrum im Rheinisch-Bergischen Kreis. In dieser besonderen Situation halte ich dort den Gesamtüberblick über die Themenfelder, bewerte relevante Daten und entscheide in Abstimmung mit den anderen Mitgliedern über Maßnahmen zum Umgang mit dem neuartigen Corona-Virus. Hierfür sind aktuelle, gut strukturierte Informationen unerlässlich. Diese liefert uns das Lagezentrum. Die Datenbasis gibt maßgebliche Anhaltspunkte beispielsweise für Logistik, Materialbeschaffung und die Steuerung von Maßnahmen für alle Einrichtungen, zum Beispiel Pflegeeinrichtungen, in unserem Verantwortungsbereich. Unsere Aufgabe ist es, die bestmögliche Betreuung für alle Menschen sicherzustellen, die mit dem Thema Corona in Berührung kommen.

Krisenstab – Cassandra Staehler, Innerer Dienst

Meine Aufgabe nennt sich „Innerer Dienst“, was bedeutet, dass ich Meldungen, Mitteilungen, Daten und sämtliche Neuigkeiten auf möglichen Handlungsbedarf für den Rheinisch-Bergischen Kreis auswerte. Ich erhalte alle Informationen aus Lagezentrum und Krisenstab und verarbeite sie für die Zwecke des Krisenstabes. Beschließt der Krisenstab bestimmte Maßnahmen, überwache ich die Umsetzung. Ich habe als geschäftsführende Stelle des Krisenstabes viele organisatorische Aufgaben. Ich sehe, wer welche Informationen benötigt und stehe dabei in enger Zusammenarbeit mit Leitung und Geschäftsführung. Ich kann rechtliche Prüfungen veranlassen, stelle sicher, dass Aufträge rausgehen und organisiere zum Beispiel Technikausstattung. Im „normalen Leben“ habe ich unter anderem die Stabsstelle Krisenmanagement inne. Als solche, ist es meine Aufgabe, auch zu normalen Zeiten immer für mögliche Krisenfälle vorauszuplanen. Deshalb hatte ich bereits vor Corona eine Liste mit Mitarbeitenden, die freiwillig für Sonderaufgaben zur Unterstützung des Krisenstabes zur Verfügung stehen. Als das neuartige Corona-Virus begann, sich im Rheinisch-Bergischen Kreis auszubreiten, habe ich deshalb zum Beispiel auch die Einrichtung des Bürgertelefons organisiert.

Krisenstab/Lagezentrum – Dr. Sabine Kieth, Leiterin Gesundheitsamt

Alle Angaben von Corona-Betroffenen, von Verdachts- und Kontaktpersonen, also positive, negative und noch ausstehende Testergebnisse sowie Quarantäneanordnungen, werden beim Gesundheitsamt des Rheinisch-Bergischen Kreises vermerkt, gefiltert und ausgewertet. Anhand dieser Daten entwickeln wir ein Szenario, was uns demnächst bevorstehen könnte. Die Besonderheit dabei ist, dass zwischen Ist-Zustand und schlimmstem Fall derzeit leider eine große Differenz möglich ist. Szenarios sind deshalb eingeschränkt aussagefähig, sie geben nur Anhaltspunkte. Keine Kurve ist vor Ausreißern gefeit. Und Ausreißer kann man nicht vorausberechnen. Was heute noch relativ entspannt ist, kann morgen schon ganz anders aussehen. Deshalb sind wir sehr wachsam.

Lagezentrum Prognosen – Dr. Katharina Hörstermann

Anhand der Entwicklung der positiv getesteten Personen, also dem möglichen Behandlungsbedarf, und der Anzahl aktuell in den Kliniken vor Ort behandelten Covid-19-Patienten errechne ich die Prognosen für die kommende Zeit. Unterstützt wurde ich bei der Modellentwicklung von meinem Kollegen Samuel Lüdemann. Normalerweise bin ich mit Datenerhebung und Statistik in der Sozialplanung betraut, Samuel Lüdemann ist für die Pflegebedarfsplanung zuständig. Derzeit schätze ich den Verlauf neuer Corona-Infektionen und benötigte Krankenhausplätzen. Die Krankenhäuser in der Region melden täglich den Umfang an freien und belegten Betten, die Auslastung der Intensivstationen sowie der Beatmungsplätze. Aus den Zahlen, die wir bekommen, können wir natürlich keine feste Zukunftsaussage treffen. Wir berechnen Spannbreiten, vom besten Fall bis zum Worst-Case-Szenario. Besonders im Blick haben wir dabei den Bedarf an Betten auf Intensivstationen. Wenn sich abzeichnet, dass der geschätzte Bedarf in der Mehrzahl der berechneten Prognosemodelle oberhalb der vorhandenen Kapazitäten liegt, müssen wir frühzeitig reagieren können. Die Prognosen sind stets tagesaktuell und werden ans Dezernat, an die Krankenhäuser und an den Krisenstab gemeldet. Nun müssen wir abwarten, wie sich die Lockerungen bemerkbar machen.

Lagezentrum Nachrichtenzentrale – Pia Puczynski

Das Team „Nachrichtenzentrale“ ist montags bis sonntags täglich von 8 bis 20 Uhr in zwei Schichten besetzt. Unsere Hauptaufgabe besteht in der Koordination, Erfassung und Verteilung der Post im Lagezentrum sowie der Bearbeitung und Weiterleitung des elektronischen Posteinganges, also E-Mail und Fax, des Gesundheitsamtes. Wir sind somit eine wichtige Schnittstelle zwischen den einzelnen Abteilungen des Lagezentrums. Beispielsweise geben wir täglich die Angaben aus den Anamnesebögen von getesteten Personen, die bei der Abstrichstelle waren oder vom mobilen Abstreicher zu Hause aufgesucht wurden, in das interne Erfassungstool ein. Darüber hinaus sichten und erfassen wir die Testergebnisse der Labore und leiten diese entsprechend der Ergebnisse an das Team „Negativ“ oder das Team „Positiv“ weiter. Hierbei ist es für unser Team eine Herausforderung, dass wir unsere Arbeitsabläufe fast täglich den aktuellen Entwicklungen anpassen müssen. Gleichzeitig ist es aber auch interessant, dass wir durch die Vernetzung mit allen Teams im Lagezentrum immer einen Gesamtüberblick haben und als ein großes Team zusammenarbeiten. Normalerweise arbeite ich bei der Unteren Landschaftsbehörde.

Lagezentrum Datenbank – Evelyn Arnold

Wir brauchen viele Angaben, um wirkungsvoll gegen die Ausbreitung der Krankheit vorgehen zu können. Ich arbeite auch normalerweise im Gesundheitsamt des Rheinisch-Bergischen Kreises. Zu Beginn der Corona-Krise habe ich bei der Entwicklung der „Corona-Datenbank“ mitgewirkt, mittlerweile werte ich täglich die Daten aus. Rund 4000 Menschen sind aktuell darin verzeichnet. Das war ganz schön viel Arbeit. Aber trotz der Anstrengungen macht die Arbeit an der Datenbank Freude: Die Menschen haben viel Verständnis. Und wir arbeiten natürlich nach den Vorgaben der Datenschutzgrundverordnung. Die meisten Angaben im System stammen von den Menschen selbst: Wer getestet wird, füllt einen so genannten Anamnesebogen aus, also einen Fragebogen zur medizinischen Vorgeschichte. Zudem telefoniert das Gesundheitsamt mit allen Betroffenen persönlich und erfragt dabei, wenn nötig, noch fehlende Einzelheiten.

Fotos: Joachim Rieger