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Fachkonferenz „Übergang Schule-Beruf“: Kreisweites Netzwerk entwickelt neue Impulse für die Region in einer sich stetig verändernden Arbeits- und Lebenswelt

Fachkonferenz „Übergang Schule-Beruf“: Kreisweites Netzwerk entwickelt neue Impulse für die Region in einer sich stetig verändernden Arbeits- und Lebenswelt
Fachkonferenz 1: Engagieren sich gemeinsam für einen möglichst reibungslosen Übergang von der Schule ins Berufsleben: Sophia Tiemann (Amt für Bildung und Integration), Landrat Arne von Boetticher, Nicole Jordy (Bundesagentur für Arbeit), Volker Suermann (Rheinisch-Bergische Wirtschaftsförderungsgesellschaft), Aggi Thieme (Bildungsdezernentin), Marcus Otto (Kreishandwerkerschaft Bergisches Land), Wiebke Jessen (SINUS-Akademie), Dr. Alexander Brändle (Fachhochschule der Wirtschaft Bergisch Gladbach). Bildquelle: Frank Dudley, RBK

Die erste Fachkonferenz „Übergang Schule-Beruf“ im Rheinisch-Bergischen Kreis ging der Frage nach, welchen Herausforderungen Jugendliche in einer sich ständig verändernden Arbeits- und Lebenswelt begegnen. Ziel der Veranstaltung war es, gemeinsam mit den Akteuren aus dem Bereich „Übergang Schule-Beruf“ Impulse und Empfehlungen zu geben, wie berufliche Orientierungsprozesse und -angebote in der Region anhand sich ständig verändernder Anforderungen zukünftig bestmöglich gestaltet werden können.

„Die große Resonanz zeigt, dass dieses Thema bewegt. Dabei geht es um nichts Geringeres als um die Zukunft junger Menschen – und zugleich um die Zukunft unserer Region“, machte Landrat Arne von Boetticher zu Beginn der Fachkonferenz vor den mehr als 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern deutlich und ergänzte, dass „aus diesem Austausch viele wertvolle Impulse für die Arbeit im Übergang Schule-Beruf in unserer Region entstehen. Wir wollen bedarfsgerecht neue Entwicklungen anstoßen und regionale Lösungen entwickeln, die passgenau auf unsere Gegebenheiten in der Region zugeschnitten sind.“ Die Besonderheit der Fachkonferenz liegt in ihrer gemeinsamen Ausgestaltung, denn sowohl die Konferenz insgesamt als auch die einzelnen Fachforen wurden durch die regionalen Kooperationspartnern gemeinsam gestaltet und umgesetzt. Dadurch flossen vielfältige Perspektiven, fachliche Expertisen und praxisnahe Impulse direkt in das Programm mit ein. Die erarbeiteten Impulse und Handlungsempfehlungen werden von den regionalen Steuerungsgruppen aufgegriffen und in konkrete Maßnahmen überführt.

Fachforen: Was treibt junge Menschen an? 

Die Teilnehmenden aus Schule, Hochschule, Wirtschaft, Politik, Verbänden, Verwaltung, Institutionen, der Jugendhilfe und natürlich aus der Zielgruppe diskutierten in unterschiedlichen Fachforen über die Lebensrealitäten junger Menschen sowie über zukünftige Bedarfe regionaler Betriebe und Unternehmen. Die Fachforen griffen vier unterschiedliche Themenbereiche auf.  „Wie Jugendliche auf die Arbeitswelt schauen und welche Rahmenbedingungen sie sich wünschen“ ging es darum zu verstehen, was junge Menschen im Rheinisch-Bergischen Kreis in der Arbeitswelt antreibt, wie Arbeitgeber sie gewinnen und einen motivierenden Rahmen schaffen können. Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern, Auszubildenden und Studierenden wurden die Erwartungen der Jugendlichen an die Arbeitswelt diskutiert. „Persönlichkeitsentwicklung als Kompass für die berufliche Orientierung“ lautete der Titel eines weiteren Fachforums. Es thematisierte, wie Schulen Jugendliche darin stärken, ihren eigenen Berufs- und Lebensweg selbstbewusst und reflektiert zu gestalten. Die „Erwartungen von Betrieben an ihre zukünftigen Auszubildenden und Fachkräfte“ diskutierten die Teilnehmenden an einem weiteren Forum. Der Bedeutung von Eltern im Übergangsprozess widmete sich das Fachforum „Zusammen Zukunft gestalten – Elternbeteiligung, die wirkt“.

Aufgegriffen wurde unter anderem, welche Angebote Eltern zuverlässig erreichen und wo es weitere Potenziale gibt. Für die Elternarbeit wurde empfohlen, eine zentrale Informationsplattform zu schaffen, die die Angebote im Prozess der Berufsorientierung bündelt. Betriebe und Schulen sollen zudem in einen engeren Austausch treten, um weitere Erfahrungsräume für die Jugendliche zu schaffen. Ein weiterer Impuls griff auf, die Formate der Persönlichkeitsentwicklung in den Übergangsprozess von der Schule in den Beruf aufzunehmen. Diese Vorschläge und weitere Impulse werden nun in den Fachgremien aufgegriffen, weiterentwickelt und dann in einen regionalen Umsetzungsprozess mit den Kooperationspartnern übertragen. 

Keynote zu SINUS-Jugendstudie und vier Fachforen

Zum Auftakt der Fachkonferenz bot die Keynote von Wiebke Jessen, Referentin der Heidelberger SINUS-Akademie, einen anschaulichen Einstieg in das Thema. Im Mittelpunkt ihres Impulsvortrags stand die Frage „Wie ticken Jugendliche? – Lebenswelten junger Menschen in Deutschland“ und dabei griff sie auf die Ergebnisse der gleichnamigen SINUS-Jugendstudie zurück. Das Alleinstellungsmerkmal dieser Studien ist die systematische Erforschung, Beschreibung und Visualisierung der soziokulturellen Vielfalt, die die Jugend kennzeichnet. Zudem zeigen Jugendstudien stets auf, wohin sich Gesellschaften bewegen und sind damit Frühindikatoren des gesellschaftlichen Wandels. In ihrem Vortrag zeigte die Referentin anschaulich auf, wie Jugendliche ihren Alltag leben und erleben, wie optimistisch sie in die Zukunft blicken und was ihre Grundorientierungen sind. Weiterhin thematisierte sie die Herausforderungen des Aufwachsens in Krisenzeiten und welche Lebensentwürfe und -stile verfolgt werden. Besonders wurde deutlich, dass die Jugendlichen in sich eine sehr heterogene Gruppe sind, die in sieben unterschiedliche Lebensweisen eingeteilt werden kann. Daraus folgert, dass diese Gruppen unterschiedliche adressiert werden müssen und verschiedene Bedürfnisse haben, was im Übergangsprozess eine wichtige Rolle spielt.

Über das koordinierte Übergangsmanagement im Rheinisch-Bergischen Kreis

Das Übergangsmanagement Schule-Beruf im Rheinisch-Bergischen Kreis wird seit vielen Jahren von einem breiten Konsens verschiedener Partner getragen. Bereits seit 2005 engagiert sich die Region in einem starken Netzwerk in diesem Thema. Das Koordinierungsbüro „Übergang Schule-Beruf“ des Rheinisch-Bergischen Kreises bringt die relevanten Akteure im Rheinisch-Bergischen Kreis zusammen, unterstützt die Umsetzung von Entwicklungsprozessen und gezielter berufsorientierender Maßnahmen. Den Steuerungsgremien gehören Vertreterinnen und Vertreter der Rheinisch-Bergischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft, der Agentur für Arbeit, des Jobcenters, der Industrie- und Handelskammer zu Köln, der Kreishandwerkerschaft Bergisches Land, der Unteren Schulaufsicht, der Jugendhilfe, von Lehrkräften, der Bezirksregierung Köln, des Landschaftsverbands Rheinland und Vertretungen der Hochschulen und des Rheinisch-Bergischen Kreises an.

Als Referenzkommune für das Landesvorhaben „Kein Abschluss ohne Anschluss“ (KAoA) wurden im Jahr 2012 die bereits im Rheinisch-Bergischen Kreis bestehenden berufsorientierenden Maßnahmen systematisch auf alle Schulformen im Kreisgebiet übertragen, was aufgrund der bestehenden starken Netzwerkstrukturen erfolgreich gelang. Parallel arbeiten die Partner seitdem kontinuierlich daran, ihre Angebote und Strukturen in der Region bestmöglich aufeinander abzustimmen, innovative Angebote für verschiedene Zielgruppen zu entwickeln und die berufliche Bildung der Region zu stärken. 


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