Bildung und Fachkräftesicherung gezielt stärken: Erste Schulentwicklungsplanung für die Berufskollegs des Rheinisch-Bergischen Kreises im Schulausschuss vorgelegt
Erstmals hat der Rheinisch-Bergischer Kreis eine umfassende Entwicklungsplanung für die Berufskollegs der Region vorgelegt. Im Schulausschuss wurde nun die „Berufskollegentwicklungsplanung 2026–2031“ präsentiert, sie schafft eine fundierte Grundlage für zukünftige Arbeitsprozesse, Investitionen und strategische Entscheidungen zur Stärkung der beruflichen Bildung im Kreisgebiet. Ebenso sollen daraus konkrete Maßnahmen abgeleitet werden.
Mit der Übernahme der Schulträgerschaft für die Berufskollegs in Bergisch Gladbach verfügt der Kreis nun erstmals über eine systematische Analyse der aktuellen Situation sowie der zukünftigen Entwicklungsbedarfe. Der Bericht des Amts für Bildung und Integration beinhaltet umfassende Auswertungen zu Schülerzahlen und deren Entwicklung, Analysen bestehender Bildungsgänge an den kreiseigenen sowie umliegenden Berufskollegs und Prognosen zu den Anforderungen des regionalen Arbeitsmarktes.
Technische und soziale Berufsfelder gewinnen weiter an Bedeutung
Die Entwicklungsplanung geht in den kommenden zehn Jahren von einem moderaten Anstieg um rund 200 bis 300 Schülerinnen und Schüler an den Berufskollegs in Bergisch Gladbach aus. Besonders stark nachgefragt bleiben technische Bildungsgänge wie die Anlagenmechanik für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik oder die Ausbildung zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik. Auch Bildungsangebote im Bereich Erziehung gewinnen weiter an Bedeutung.
Darüber hinaus sieht die Analyse zusätzlichen Bedarf bei neuen Bildungsgängen, insbesondere in den Bereichen Fachinformatik, für medizinische Fachangestellte sowie im kaufmännischen Bereich. Ziel ist es, die regionale Wirtschaft gezielt dabei zu unterstützen qualifizierte Fachkräfte für den Arbeitsmarkt auszubilden.
Neben den Bildungsangeboten wurde auch die Erreichbarkeit der Berufskollegs mit öffentlichen Verkehrsmitteln untersucht. Die Ergebnisse dienen zugleich als wichtige Planungsgrundlage für den kreisweiten ÖPNV. Ergänzt wurden die Datenerhebungen durch qualitative Befragungen sowie kooperative Arbeitsprozesse mit verschiedenen Akteuren der Region.
Zudem enthält die Entwicklungsplanung eine Raumbedarfsanalyse und Raumplanung für die beiden Berufskollegs. Diese bildet eine wichtige Grundlage für den geplanten „Exzellenzbaustein“ der Berufskollegs im Rahmen des Campus für berufliche Bildung auf dem Zandersgelände in Bergisch Gladbach.
Moderne Lernorte und klare Profile als Zukunftsaufgabe
Die Analysen zeigen, dass die Schülerzahlen an den kreiseigenen Berufskollegs weiterhin stabil sind. Gleichzeitig wird deutlich, dass die bestehenden Bildungsgänge künftig stärker überprüft und die Standorte klarer profiliert werden müssen. Dies soll in enger Kooperation mit der regionalen Wirtschaft sowie den umliegenden Regionen erfolgen.
Für einen modernen Unterricht seien zudem attraktive und zeitgemäße Gebäude erforderlich. Entsprechende Planungsprozesse sollen deshalb zeitnah weiterentwickelt werden. Dies soll auch dazu beitragen, die berufliche Ausbildung insgesamt attraktiver zu gestalten und dem Fachkräftemangel in den Betrieben der Region entgegenzuwirken.
Breiter Beteiligungsprozess mit Schulen, Wirtschaft und Kommunen
Aufgrund der strategischen Bedeutung der erstmaligen Entwicklungsplanung wurde der Bericht in einem umfassenden Beteiligungsprozess gemeinsam mit Schulen, Wirtschaft und Kommunen erarbeitet. Ziel ist es, künftig schneller und gezielter auf wirtschaftliche Veränderungen reagieren und die Fachkräftesicherung in der Region aktiv unterstützen zu können.
Im Rahmen des Prozesses wurden zentrale Handlungsempfehlungen für die Zukunftsfähigkeit der Berufskollegs formuliert. Dazu zählen unter anderem die Steigerung der Attraktivität der beruflichen Ausbildung, die Einrichtung oder Aufhebung von Bildungsgängen, eine stärkere Profilbildung der Standorte, Kooperationen zwischen Berufskollegs sowie Standortentwicklungen und bauliche Maßnahmen. Auch Digitalisierung, Schulsozialarbeit und begleitende Förderangebote spielen dabei eine zentrale Rolle.
Die formulierten Themen und Maßnahmen bilden nun die Grundlage für die weitere gemeinsame Arbeit in der Region, um die beruflichen Bildungsangebote langfristig bedarfsgerecht, modern und zukunftsorientiert weiterzuentwickeln.
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