Kreiseinsatzleitung probt Abläufe bei Extremwetterlage: 44 Einsatzkräfte trainieren damit im Ernstfall ein Rad ins andere greift
Landrat Arne von Boetticher lässt sich von Kreisbrandmeister Manuel Packhäuser die Lage erläutern. Bild: Alexander Schiele/Rheinisch-Bergischer KreisEine langanhaltende Dürreperiode mit großflächigen Vegetationsbränden, Ausfällen kritischer Infrastrukturen und umfangreichen Betreuungsmaßnahmen für die Bevölkerung: Dieses realitätsnahe Szenario bildete die Grundlage einer groß angelegten Stabsübung der Kreiseinsatzleitung (KEL) des Rheinisch-Bergischen Kreises. Von Freitagabend bis Samstagmittag trainierten insgesamt 44 ehrenamtliche Einsatzkräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk (THW) und Hilfsorganisationen die Bewältigung einer komplexen und dynamischen Schadenslage.
Auch Landrat Arne von Boetticher informierte sich vor Ort über den Verlauf der Übung, kam mit den Teilnehmenden ins Gespräch und nahm an einer Lagebesprechung teil. „Die hier gezeigte Einsatzbereitschaft und Professionalität unserer ehrenamtlichen Kräfte verdient höchsten Respekt. Die Arbeit in der Kreiseinsatzleitung ist anspruchsvoll und erfordert ein hohes Maß an Fachwissen, Übersicht und Teamarbeit. Mein besonderer Dank gilt allen Beteiligten, die ihre Zeit und ihr Engagement in den Dienst der Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger stellen“, erklärte Arne von Boetticher und würdigte das Engagement der ehrenamtlichen Kräfte.
Unter der Leitung von Kreisbrandmeister Manuel Packhäuser stand die koordinierte Führung von Einsatzmaßnahmen auf Kreisebene im Mittelpunkt der Übung. Die Kreiseinsatzleitung übernimmt bei größeren Schadensereignissen die überörtliche Einsatzkoordination, bündelt Informationen aus dem gesamten Kreisgebiet, bewertet die Lage fortlaufend und steuert den Einsatz von Kräften und Ressourcen. „Solche Übungen sind unverzichtbar, um auf zukünftige Herausforderungen bestmöglich vorbereitet zu sein – insbesondere vor dem Hintergrund klimatischer Veränderungen, die derartige Lagen immer realistischer werden lassen“, unterstreicht der Brandmeister die Bedeutung.
Das von Sven Jansen, stellvertretender Kreisbrandmeister, zusammengestellte Vorbereitungsteam entwickelte ein Szenario, das die Teilnehmenden vor vielfältige Herausforderungen stellte. Parallel verlaufende Vegetationsbrände mussten priorisiert, Evakuierungs- und Betreuungsmaßnahmen organisiert sowie Ausfälle der Strom- und Wasserversorgung in die Einsatzplanung integriert werden. Sogar auf der Autobahn mussten Einsätze koordiniert werden, da dort aufgrund der Hitze der Asphalt der Fahrbahn weich wurde und sich verformte. Ziel war es, die Zusammenarbeit innerhalb des Stabes weiter zu festigen, Abläufe zu überprüfen und die Kommunikation zwischen allen beteiligten Organisationen zu optimieren.
Die Übung machte deutlich, wie wichtig eine gut ausgebildete und eingespielte Kreiseinsatzleitung für den Katastrophenschutz ist. Regelmäßige Trainings dieser Art tragen dazu bei, die Einsatzfähigkeit auch bei langanhaltenden und komplexen Schadenslagen sicherzustellen und im Ernstfall schnell, strukturiert und effektiv handeln zu können.
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