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Mobilität vernetzt weiterdenken: Kreistag beschließt Ausbau des Mobilstationen-Netzes im Rheinisch-Bergischen Kreis

Der Kreistag des Rheinisch-Bergischen Kreises hat das Feinkonzept für Mobilstationen mehrheitlich beschlossen und damit einen wichtigen Schritt für die Weiterentwicklung einer modernen, vernetzten und nachhaltigen Mobilität im Kreisgebiet gemacht. Das Konzept dient als Grundlage für die Verbesserung der bereits bestehenden 19 Mobilstationen sowie für den bedarfsgerechten Ausbau weiterer Standorte. Gleichzeitig wurde die Kreisverwaltung beauftragt, die nächsten Umsetzungsschritte gemeinsam mit den Kommunen, Verkehrsunternehmen und weiteren Projektpartnern vorzubereiten.

49 mögliche weitere Mobilstationen im Kreisgebiet

Das nun vorliegende Feinkonzept ist die Fortschreibung des erfolgreichen Modellprojekts „Mobilstationen im Rheinisch-Bergischen Kreis – Das Bausteinsystem“, das zwischen 2020 und 2023 umgesetzt wurde. Im Rahmen dieses Projekts entstanden in allen kreisangehörigen Kommunen insgesamt 19 Mobilstationen.

Für die Weiterentwicklung des Angebots wurden sämtliche Haltestellen im Kreisgebiet umfassend untersucht. Grundlage der Analyse waren unter anderem Fahrgastzahlen, Einwohnerzahlen, vorhandene Einrichtungen im Umfeld sowie die örtlichen Kenntnisse der kommunalen Projektverantwortlichen. Ergänzt wurde die Untersuchung durch zahlreiche Vor-Ort-Begehungen.

Das Ergebnis zeigt ein erhebliches Entwicklungspotenzial: Insgesamt wurden 49 Haltestellen identifiziert, die sich grundsätzlich für einen Ausbau zu Mobilstationen eignen. Für 29 dieser Standorte im Kreisgebiet wurden detaillierte Steckbriefe mit Lageplänen, Empfehlungen zu Ausstattungselementen sowie Kostenschätzungen erarbeitet. Diese Unterlagen bieten den Kommunen eine konkrete Grundlage für die weitere Planung und die Beantragung von Fördermitteln. Weitere 20 Standorte wurden als perspektivisch geeignete Mobilstationen eingestuft. Sie sollen in zukünftigen Planungsprozessen berücksichtigt werden, sobald sich die jeweiligen Rahmenbedingungen weiterentwickelt haben.

Gezielte Weiterentwicklung bestehender Mobilstationen 

Neben dem Ausbau neuer Standorte richtet sich der Blick auch auf die bereits vorhandenen Mobilstationen. Die Untersuchung ergab, dass für 13 der bestehenden 19 Mobilstationen zusätzliche Ausstattungselemente empfohlen werden. Dazu zählen beispielsweise weitere Fahrradboxen an Bahnhöfen, zusätzliche Fahrradabstellanlagen oder Fahrradreparaturstationen. Ziel ist es, die bestehenden Standorte an aktuelle Qualitätsstandards anzupassen und ihre Attraktivität für die Nutzerinnen und Nutzer weiter zu erhöhen.

Darüber hinaus wurden mögliche Standorte für zusätzliche Sharing-Angebote identifiziert. Hierzu gehören sogenannte Mobilpunkte, an denen beispielsweise Fahrrad- oder Carsharing-Angebote gebündelt werden können. Auch für Gewerbegebiete und andere Entwicklungsbereiche wurden Potenziale für zukünftige Mobilitätsangebote aufgezeigt.

Gute Zusammenarbeit als Erfolgsfaktor

Ein wesentlicher Bestandteil des Feinkonzeptes ist die Betrachtung der organisatorischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Hierzu wurde die bisherige Zusammenarbeit der Kommunen, Verkehrsunternehmen und der Kreisverwaltung sowie verschiedene Betriebsmodelle untersucht. Die Analyse bestätigt die erfolgreiche Kooperation aller Beteiligten. Deshalb wird empfohlen, das bestehende Modell zunächst weiterzuführen und gezielt zu optimieren. 

Langfristig wurde zudem die Möglichkeit einer gemeinsamen Infrastrukturgesellschaft untersucht. Eine solche Organisationsform könnte perspektivisch die Planung, den Betrieb und die Instandhaltung der Mobilstationen bündeln. Aufgrund des hohen finanziellen, personellen und organisatorischen Aufwands empfehlen die Gutachterinnen und Gutachter jedoch, zunächst die Potenziale innerhalb der bestehenden Zusammenarbeit auszuschöpfen.

Mit dem Beschluss des Kreistages wurde die Verwaltung außerdem beauftragt, gemeinsam mit den Kommunen eine Rahmenanmeldung für Fördermittel bei go.Rheinland vorzubereiten und einzureichen. Die Fördermöglichkeiten sollen dazu beitragen, den weiteren Ausbau der Mobilstationen wirtschaftlich und effizient umzusetzen. Gleichzeitig werden die Ergebnisse des Feinkonzeptes in die laufende Neuaufstellung des Nahverkehrsplans einfließen und dort langfristig weiterentwickelt.


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