Rücksicht auf Natur und Denkmal nehmen: Wipperkotten und Wupper in Leichlingen sind geschützt – Stadt und Kreis führen Kontrollen durch
Der Wipperkotten zählt zu den letzten erhaltenen Schleiferkotten-Ensembles im Bergischen Land und ist ein bedeutendes Zeugnis der regionalen Handwerks- und Industriegeschichte. Gleichzeitig liegt das Wehr in einem Naturschutzgebiet und einer der wertvollsten Naturlandschaften der Region, was bedeutet, dass die Wupper und ihr Böschungsbereich nicht betreten werden dürfen, um diesen hochsensiblen Bereich zu schützen. Die Wupperlandschaft bietet rund um den Wipperkotten zahlreichen seltenen Tier- und Pflanzenarten einen geschützten Lebensraum – Arten wie Eisvogel oder Flussuferläufer sind auf ungestörte Uferbereiche angewiesen. Auch im Fluss selbst befinden sich sensible Lebensräume und Laichplätze von Fischarten wie der Groppe, die bereits durch das Betreten des Flussbetts in Mitleidenschaft gezogen werden können. Aufgrund ihrer besonderen ökologischen Bedeutung ist die Wupperlandschaft Teil des europäischen Schutzgebietssystems NATURA 2000.
Der Wipperkotten und die Wupperlandschaft sind ein gemeinsames Erbe, das über Generationen hinweg erhalten geblieben ist. Damit auch zukünftige Generationen diesen besonderen Ort erleben können, braucht es Rücksichtnahme und Wertschätzung für die Natur und das Denkmal gleichermaßen. Regelmäßige Kontrollen der Stadt Leichlingen und des Rheinisch-Bergischen Kreises unterstützen den Schutz dieses einzigartigen Ensembles. Entscheidend bleibt jedoch das Verständnis aller Besucherinnen und Besucher für die besondere Bedeutung des Wipperkottens und seiner Umgebung.
Vermeidbare Schäden an Kulturdenkmal und Naturraum
Leider wurde in den vergangenen Monaten jedoch vermehrt das Wehr des Wipperkottens betreten, Steine aus dem Bauwerk gerissen sowie Uferbereiche der Wupper betreten und in dem Fluss gebadet. Oft geschieht dies aus Neugier oder dem Wunsch heraus, die Landschaft unmittelbar zu erleben. Dennoch können solche Eingriffe unbeabsichtigt Schäden verursachen – sowohl am historischen Denkmal als auch an den empfindlichen Lebensräumen entlang der Wupper.
Kulturdenkmal und Naturraum sind am Wipperkotten eng miteinander verbunden. Das Wehr ist kein beliebiger Steinhaufen, sondern ein technisch präzise konstruiertes Bauwerk aus lose geschichteten Bruchsteinen. Über Jahrhunderte sorgte es dafür, dass das Wasserrad des Kottens mit ausreichend Wasser versorgt wurde. Jeder einzelne Stein erfüllt dabei eine wichtige Funktion. Werden Steine entfernt oder umgelagert, kann die Stabilität und Funktionsfähigkeit des Bauwerks beeinträchtigt werden.
Wer den Wipperkotten besucht, erlebt daher nicht nur ein außergewöhnliches Denkmal, sondern zugleich eine einzigartige Kulturlandschaft, in der sich Natur- und Menschheitsgeschichte auf besondere Weise begegnen. Beide Werte verdienen den gleichen Schutz und die gleiche Aufmerksamkeit.
Die Stadt Solingen, die Stadt Leichlingen und der Rheinisch-Bergische Kreis werben deshalb für einen respektvollen Umgang mit diesem besonderen Ort. Dazu gehört insbesondere, das denkmalgeschützte Wehr nicht zu betreten, keine Steine zu entnehmen oder umzulegen, die sensiblen Uferbereiche nicht zu betreten, Tiere nicht zu stören und Abfälle wieder mitzunehmen beziehungsweise ordnungsgemäß zu entsorgen. Auch Baden ist in der Wupper nicht gestattet. Wer eine Abkühlung sucht, findet dafür geeignete Angebote in den Freibädern der Region sowie an ausgewiesenen Badestellen der Talsperren.
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