„Wir kommen in Bewegung!“ – Präventionsprojekt für pflegende Angehörige erfolgreich abgeschlossen – Netzwerk bleibt bestehen
Die häusliche Pflege von Menschen mit gerontopsychiatrischen Erkrankungen, insbesondere Demenz, stellt pflegende Angehörige häufig vor erhebliche Herausforderungen. Um sie dabei zu unterstützen, Überlastungen, Erschöpfungssyndrome und körperliche Beschwerden zu reduzieren, hat der Planungsstab für Inklusion, Senioren und Pflege des Rheinisch‑Bergischen Kreises 2020 das gesundheitsfördernde Präventionsprojekt „Wir kommen in Bewegung!“ ins Leben gerufen. Ziel des Projekts war es, gesundheitsfördernde Strukturen und bedarfsgerechte Angebote für pflegende Angehörige aufzubauen. Nach zwei Verlängerungen endete die Förderlaufzeit planmäßig zum 31. Dezember 2025. „Das Projekt hat nachhaltige Impulse gesetzt und trägt durch verstetigte Angebote langfristig zur Gesundheitsförderung pflegender Angehöriger im Rheinisch‑Bergischen Kreis bei“, so Dezernent Jürgen Langenbucher.
Vertreterinnen und Vertreter des Rheinisch‑Bergischen Kreises, der Seniorenberatungen der kreisangehörigen Kommunen, des Regionalbüros Alter, Pflege und Demenz Bergisches Land, der Kontaktstelle Pflegeselbsthilfe sowie weitere regionale Netzwerkpartner arbeiteten Hand in Hand zusammen. Pflegende Angehörige erhielten Zugang zu Angeboten, die ihre körperliche und psychische Gesundheit fördern – etwa durch Bewegungsangebote, Entlastungsformate und präventive Maßnahmen. Da die Pflege oft kräftezehrend ist, wurden zudem gezielt Angebote geschaffen, die Stress abbauen, Austausch ermöglichen und Entlastungsräume eröffnen. Zentral war der Aufbau neuer Angebote sowie die Stärkung und Erweiterung bestehender Strukturen. Dies gelang insbesondere durch eine systematische Netzwerkbildung im gesamten Kreisgebiet.
Passgenaue Angebote für pflegende Angehörige
2021 wurden 135 pflegende Angehörige zu ihren gesundheitlichen Wünschen, Belastungsgrenzen und Unterstützungsbedarfen befragt. Die Ergebnisse zeigten deutlich: Viele pflegende Angehörige entscheiden sich bewusst für die Pflege ihrer Angehörigen, fühlen sich jedoch psychisch stark belastet. Sie wünschen sich Angebote, die zu ihrem Alltag passen und gut erreichbar sind. Besonders gefragt waren Entspannungsangebote, Bewegungsformate sowie Gesprächs- und Austauschmöglichkeiten. Auf dieser Grundlage wurden in Wermelskirchen, Burscheid, Rösrath, Overath, Kürten und Bergisch Gladbach vielfältige gesundheitsfördernde Angebote für pflegende Angehörige entwickelt und umgesetzt. Die Aktivitäten reichten von Informationsformaten über Bewegungs‑ und Resilienzangebote bis hin zu Netzwerkaufbau und großen öffentlichen Veranstaltungen. Angeboten wurden unter anderem Tanzveranstaltungen, die gut besucht waren. Zudem wurden 31 Natur‑Resilienztrainerinnen und ‑trainer qualifiziert, die seit 2026 in einem kreisweiten Netzwerk zusammenarbeiten. Das Natur-Resilienztraining vermittelt Methoden zur Stärkung der emotionalen Widerstandsfähigkeit. Dabei dient die Natur als Quelle der Unterstützung: Themen wie optimistische Grundhaltung, Akzeptanz, Achtsamkeit, Kreativität und Handlungsmotivation werden mit praktischen Übungen im Freien erlebbar gemacht. Die Koordination des Netzwerkes übernimmt das Regionalbüro Alter, Pflege und Demenz, unterstützt durch den Planungsstab Inklusion, Senioren und Pflege des Rheinisch-Bergischen Kreises. Durch die Vernetzung mit Pflegeselbsthilfegruppen entstanden weitere neue Angebote.
„Perspektivisch wird es darauf ankommen, die aufgebauten Strukturen weiter zu verstetigen und die gewonnenen Erkenntnisse für die weitere Gesundheitsförderung pflegender Angehöriger zu nutzen. Die entstandenen Kooperationen und Angebote bilden hierfür eine tragfähige Grundlage“, sagt Jürgen Langenbucher.
Der Rheinisch‑Bergische Kreis hat für das Präventionsprojekt „Wir kommen in Bewegung!“ eine Förderung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) aus Mitteln des GKV‑Bündnisses für Gesundheit erhalten.
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