Aktiv und gesund im Alter: Rheinisch-Bergischer Kreis startet neues Präventionsprojekt
Mitarbeitende aus dem Gesundheitsamt und das Amt für Soziales und Inklusion bringen gemeinsam mit weiteren Akteuren ein Projekt an den Start, das die Gesundheitsförderung älterer Menschen stärkt. (Foto: RBK)Das Gesundheitsamt und das Amt für Soziales und Inklusion des Rheinisch-Bergischen Kreises bringen gemeinsam ein Projekt an den Start, das die Gesundheitsförderung älterer Menschen stärkt. „Aktiv und gesund im Alter: Ein Präventionsprojekt für ganzheitliche Gesundheit“ schafft die Voraussetzungen dafür, dass Menschen möglichst lange gesund, aktiv und selbstständig bleiben und am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.
„Gesundheit im Alter lässt sich nicht allein über medizinische Versorgung oder Pflege denken. Wir möchten früher ansetzen und Menschen dabei unterstützen, ihre Gesundheit, Selbstständigkeit und Lebensqualität möglichst lange zu erhalten“, erklärt Sebastians Jungs, Projekt- und Sachgebietsleiter im Gesundheitsamt.
Im Mittelpunkt stehen Menschen ab 55 Jahren, insbesondere beim Übergang vom Erwerbsleben in die nachberufliche Lebensphase. „Unser Ziel ist es, attraktive und leicht zugängliche Möglichkeiten zu schaffen, die Menschen in ihrem Alltag unterstützen, Freude an Bewegung und Gesundheit fördern und ihnen ein aktives und selbstbestimmtes Leben ermöglichen“, ergänzt Margaretha Krämer, Projektkoordinatorin im Gesundheitsamt.
Gesundheit stärken, bevor Unterstützung notwendig wird
Die Altersstruktur verdeutlicht die Bedeutung des Themas: Rund ein Viertel der Bevölkerung im Rheinisch-Bergischen Kreis ist zwischen 50 und 65 Jahre alt. Fast jeder zweite Einwohner und jede zweite Einwohnerin ist 50 Jahre oder älter. Das Projekt konzentriert sich auf die Bereiche Gesundheitskompetenz, Bewegung, psychosoziale Gesundheit und Ernährung. Geplant sind niedrigschwellige Informationen, Kurse und Vorträge, wohnortnahe Bewegungsangebote, Begegnungsmöglichkeiten und gemeinsame Aktivitäten sowie Angebote zur ausgewogenen Ernährung. Sie sollen Gesundheit und Selbstständigkeit stärken, Einsamkeit vorbeugen und die soziale Teilhabe fördern. Gesundheitsförderung soll dort stattfinden, wo Menschen leben und ihre Freizeit verbringen: wohnortnah, niedrigschwellig und gemeinsam mit den Menschen im Kreis. „Gesund älter werden bedeutet weit mehr als die Abwesenheit von Krankheit. Es geht darum, auch in der nachberuflichen Lebensphase aktiv, selbstbestimmt und sozial eingebunden zu bleiben. Kommunale Seniorenarbeit kann hierfür wichtige Rahmenbedingungen schaffen“, betonen Lisa Valerius und Annika Möller von der Seniorenplanung des Amts für Soziales und Inklusion und ebenfalls in der Projektkoordination tätig.
Bedarfe gemeinsam sichtbar machen
Ein wichtiger Projektbaustein ist eine umfassende Bedarfs- und Bedürfnisanalyse. Mithilfe eines Online-Fragebogens werden Bürgerinnen und Bürger sowie Fachkräfte zu ihren Erfahrungen, Wünschen und Bedarfen rund um Gesundheitsförderung und Prävention im Alter befragt. Die Ergebnisse sollen zeigen, welche Angebote bereits gut funktionieren, wo Lücken bestehen und welche Themen für Menschen ab 55 Jahren besonders relevant sind. Darauf aufbauend sollen bestehende Angebote weiterentwickelt und zukünftige Maßnahmen gezielt an den Bedürfnissen der Menschen ausgerichtet werden. Die Befragung ist unter https://beteiligung.nrw.de/k/1029770 abrufbar.
Gemeinsam Strukturen für die Zukunft schaffen
Das auf drei Jahre angelegte Projekt läuft bis zum 31. März 2029. Gefördert wird es von den Krankenkassen/Krankenkassenverbände des Landes Nordrhein-Westfalen nach Paragraf 20a SGB V im Rahmen ihrer Aufgaben zur Gesundheitsförderung und Prävention in Lebenswelten. Träger ist der Rheinisch-Bergische Kreis. Ziel ist es, Gesundheitsförderung und Prävention langfristig in der Region zu verankern. Dafür sollen Akteurinnen und Akteure, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie Netzwerkpartner vernetzt und bestehende Kompetenzen gebündelt werden. Kommunen, Vereine, Verbände, Einrichtungen und Initiativen sind eingeladen, ihre Erfahrungen einzubringen und gemeinsam die Rahmenbedingungen für gesundes Älterwerden zu verbessern.
Ein wichtiger Schritt war auch die Gründung des Kompetenzkreises „Aktiv und gesund älter werden“. Die Beteiligten dieser Projektumsetzungsgruppe entwickeln bedarfsgerechte Maßnahmen und setzen diese gemeinsam um, damit nachhaltige Strukturen für gesundes Älterwerden geschaffen werden. „Der demografische Wandel stellt uns vor neue Herausforderungen. Gleichzeitig bietet er die Chance, die Lebensphase Alter neu zu gestalten und vorhandene Potenziale stärker in den Blick zu nehmen“, erklärt Dezernent Jürgen Langenbucher. „Mit dem Projekt wollen wir gemeinsam mit den Menschen vor Ort Strukturen schaffen, die ein gesundes, selbstbestimmtes und sozial eingebundenes Älterwerden unterstützen.“
Interessierte können sich bei Fragen zum Projekt per E-Mail an GesundImAlter@rbk-online.de wenden.
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