„Der Siegerentwurf überzeugt durch ein zukunftsfähiges, funktionales und architektonisch stimmiges Konzept. Die klare städtebauliche Setzung und die schlüssige Organisation der beiden Nutzungseinheiten waren weitere Argumente für die Auszeichnung“, erklärt Kreisdirektor Markus Fischer, der in der Jury mitarbeitete. Weiterhin sind die Rettungswache und die Räume für die IuK-Einheit übersichtlich strukturiert und ermöglichen kurze Wege sowie effiziente Abläufe im Einsatzfall. Positiv hebt die Jury zudem die Gestaltung der Außenflächen sowie eine begrünte Pufferzone zur Straße hervor. Auch gestalterisch bietet der Entwurf überzeugende Aspekte, insbesondere dadurch, wie das Bestandsgebäude einbezogen wird. Der Siegerentwurf bietet die erforderliche gute Grundlage für die weitere Planung dieser anspruchsvollen Aufgabenstellung. Im nächsten Schritt wird nun die Objektplanung für Gebäude und Innenräume ausgeschrieben.
Gemäß den gesetzlichen Vorgaben des Rettungsgesetzes Nordrhein-Westfalen ist der Kreis verpflichtet, eine flächendeckende und bedarfsgerechte Notfallversorgung sicherzustellen. Die aktuelle Bedarfsplanung weist für den Versorgungsbereich Burscheid den Neubau einer Rettungswache aus. Die derzeit genutzte Interimslösung in der Industriestraße wird den langfristigen funktionalen und baulichen Anforderungen nicht gerecht und wird daher durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt.
Das Raumprogramm umfasst rund 1.120 m² Nutzungsfläche für die Rettungswache sowie zusätzliche 720 m² für die IuK-Einheit. Beide Bereiche sind in dem Entwurf, wie gefordert, klar voneinander getrennt, sodass später eine andere Nutzung der beiden Teile möglich ist.
Der Wettbewerb wurde als nichtoffener Realisierungswettbewerb mit insgesamt 15 Planungsteams durchgeführt und über den gesamten Zeitraum hinweg durch das Büro postwelters + partner betreut und begleitet. Im Rahmen des Wettbewerbs wurden insbesondere die städtebauliche Qualität, die funktionale und gestalterische Ausarbeitung, die Erfüllung des Raumprogramms, die Wirtschaftlichkeit sowie Aspekte der Nachhaltigkeit bewertet.
Ein Realisierungswettbewerb bietet den Vorteil, dass für eine komplexe Bauaufgabe unterschiedliche konzeptionelle und architektonische Lösungsansätze parallel entwickelt und gegenübergestellt werden können. Dadurch entsteht ein breites Spektrum an Ideen, aus dem die beste Gesamtlösung ausgewählt werden kann. Das Verfahren fördert Innovation, Qualität und Transparenz und ermöglicht eine nachvollziehbare, qualitätsbasierte Entscheidungsfindung durch ein unabhängiges Preisgericht. Für öffentliche Bauherren schafft der Wettbewerb zudem Planungssicherheit, da funktionale, wirtschaftliche und gestalterische Anforderungen frühzeitig in einem strukturierten Verfahren zusammengeführt werden.
Das Preisgericht setzte sich aus Preisrichterinnen und -richtern aus Verwaltung, Politik sowie Architekten und Architektinnen zusammen.
Die weiteren Plätze belegten:
- 2. Platz: TILLOKAA – Architecture and Urbanism / Schumacher Görg Architekten PartmbB, Berlin
- 3. Platz: Auernhammer Wohlrab Architektur, München
- Anerkennung: SCOPE Architekten GmbH, Stuttgart