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Weihnachtszeit ist Spendenzeit

Ob für Notleidende in Krisengebieten, Aufgaben im Tier- oder auch im
Umweltschutz: Alle Jahre wieder wird in der Vorweihnachtszeit zu Spenden aufgerufen. Und nicht selten klingelt ein Sammler auch mal höchstpersön­lich an der Haustür. „Wer wirklich helfen möchte, sollte seine guten Gaben aber nicht allzu leichtgläubig verteilen“, warnt Brigitte Becker von der Verbraucherzentrale NRW. Denn in den meisten Bundesländern darf inzwischen ohne Anmel­dung und Genehmigung auf Klingeltour gegangen werden. Um die wahren Wohltäter von unseriösen Trittbrettfahrern der Mildtätigkeit zu unterschei­den, hat die Verbraucherzentrale NRW folgende Hinweise zusammenge­stellt:
Spendensammeln ist vielerorts erlaubt: Nur noch in den vier Bun­desländern Baden Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen müssen Spendensammlungen behördlich angemeldet und genehmigt werden. In den anderen Ländern reicht es aus, dass Men­schen einen Verein gründen, sich eine Satzung geben und sammeln gehen. Während früher eine Sammelbüchse verplombt sein musste, gibt es inzwischen oftmals keine Regelung, um Münzen und Scheine vor zweckentfremdetem Zugriff zu sichern. Grund genug, genau hin­zuschauen und erst Informationen über die jeweilige Organisation einzuholen.
Nicht impulsiv, sondern überlegt spenden: Wenn es an der Haustür klingelt oder man an Ständen auf der Straße bedrängt wird, sollten sich Spendenwillige nie unter Druck setzen lassen. Spenden ist freiwillig! Wo mit Fotos von Folteropfern, hungernden Kindern oder gequälten Tieren Mitleid erregt werden soll, stecken möglicherweise nur gestellte Aufnahmen dahinter. Aufdringlichen und überwiegend auf die Gefühls­schiene zielenden Werbern sollte die kalte Schulter gezeigt werden.
Überweisung statt Sammelbüchse: Wer eine Organisation nicht kennt und unsicher ist, ob seriöse Spendensammler am Werk sind, sollte sich neben Informationsmaterial auch ein Antragsformular oder einen Überweisungsträger von der sammelnden Organisation zuschi­cken lassen. So lässt sich die Entscheidung in Ruhe überdenken. Die meisten seriösen Unternehmen können zudem einen Geschäftsbericht vorweisen, der darüber informiert, wofür das Geld aus Spenden oder Mitgliedsbeiträgen ausgegeben wurde. Ist eine Organisation als ge­meinnützig anerkannt, ist dies ein Indiz für ihre Seriosität. Karitativ anerkannte Spenden können zudem steuerlich abgesetzt werden.
Spendenwerber im Internet: Eine eigene Homepage ist hingegen kein Garant für die Seriosität einer Organisation! Professionell gestaltete Internetseiten können zwar vordergründig einen vertrauenswürdigen Eindruck erwecken. Doch besser ist, hinter die Kulissen zu blicken und zu prüfen, ob im Impressum ein Ansprechpartner sowie eine ordentliche Adresse genannt sind. Hilfreich ist auch, ergänzende Informationsmate­rialien – etwa Jahresberichte und Prospekte – anzufordern oder das In­ternet zu durchforsten, was andere Quellen über die jeweilige Organi­sation und ihre Aktivitäten äußern.
Vorsicht bei Fördermitgliedschaften: Viele unseriöse Gruppen wer­ben sogleich feste Mitglieder. Meist sind die Beiträge sehr hoch und geboten wird kaum etwas. Zudem bindet man sich bei Fördermitglied­schaften in der Regel für einen längeren Zeitraum ohne Widerrufsmög­lichkeit. Denn die Regelung wie bei anderen Haustürgeschäften, die Verpflichtung innerhalb von zwei Wochen widerrufen zu können, gilt bei solchen Fördermitgliedschaften in der Regel nicht. Oft fließt auch nur ein kleiner Teil der Beträge in Hilfsprojekte. Den weit größeren Teil der Spendengelder verschlucken meist Werbung und Verwaltung.
Wegweiser durch Spendendschungel: Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) in Berlin erteilt Auskünfte über eine Vielzahl an Hilfswerken und hat mit Hilfe eines Spenden-Siegels mehr als 260 überwiegend soziale Organisationen als förderungswürdig anerkannt. Das DZI-Spendensiegel kann von gemeinnützigen Organisationen, die sich durch überregionale Spendensammlungen finanzieren, sowie für regelmäßig durchgeführte abgegrenzte Sammlungen jeweils für ein Jahr beantragt werden. Allerdings: Geprüft werden nur Hilfswerke, die sich selbst beim DZI melden und die Kosten für die Prüfung überneh­men. Vor allem kleinere Organisationen sparen sich das. Wenn ein Verein also in der DZI-Liste fehlt, muss das daher nicht zwangsläufig bedeuten, dass er unseriös ist. Trägt ein Spendenaufruf den Sternen­kranz mit DZI-Siegel, kann man sicher sein, dass die Organisation ein­deutig und sachlich wirbt, sparsam wirtschaftet und die Gelder nach­prüfbar ausweist. Weitere Infos über förderwürdige Organisationen unter www.dzi.de.

Informationen zu „Spenden“ und anderen Themen gibt es im Rahmen der Kampagne "Besser weihnachten" in der Verbraucher­zentrale in der Paffrather Str. 29, 51465 Bergisch Gladbach, oder im Internet unter www.vz-nrw.de/besser-weihnachten. Die Kampagne mit vielen Tipps und Aktionen rund um nachhaltiges Kon­sumieren und Schenken in der Weihnachtszeit wird unterstützt vom NRW-Verbraucherministerium.

von: Verbraucherzentrale NRW

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