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Rheinisch-Bergischer Kreis erhält European Energy Award in Gold

Rheinisch-Bergischer Kreis erhält European Energy Award in Gold
Landrat Stephan Santelmann (rechts) und den Geschäftsführer der EnergieAgentur.NRW, Lothar Schneider (Foto: EnergieAgentur.NRW )

Vier Kommunen aus dem Regierungsbezirk Köln sowie der Rheinisch-Bergische Kreis erhielten am 25. August den European Energy Award (eea) als Anerkennung für ihr mehrjähriges Engagement in Sachen kommunale Energiewende. Die Verleihung fand im Haus Altenberg in Odenthal statt.

Aus der Hand von Lothar Schneider, Geschäftsführer der EnergieAgentur.NRW, die im Auftrag des NRW-Wirtschaftsministeriums das Energiemanagementverfahren durchführte, und Ilga Schwidder von der Bundesgeschäftsstelle des European Energy Award, nahmen die Stadtspitzen von Bonn, Köln, Lohmar, Aachen sowie der Landrat des Rheinisch-Bergischen Kreises Stephan Santelmann das weiße Ortsschild entgegen, das ihre Kommune beziehungsweise ihren Kreis als Preisträger ausweist.

„Die Bemühungen rund um die Themen Klimaschutz und Energieeffizienz haben eine lange Tradition im Rheinisch-Bergischen Kreis und werden nach wie vor vorangetrieben“, machte der Landrat bei der Auszeichnung deutlich. Alle Preisträger absolvierten ein mehrjähriges Energiemanagementprogramm – wer mindestens 50 Prozent der erreichbaren Punkte nach einem entsprechenden Audit erreichte, erhält nun den Award, wer 75 Prozent oder mehr erreichte, erhält den Award in Gold.

Der Rheinisch-Bergische Kreis engagierte sich bereits vor der Teilnahme am eea-Modellversuch aktiv im Klimaschutz. So war der Kreis von 1996 bis 2011 Mitglied im Klimabündnis „Alianza del clima e.V.“. Im Rahmen des Agenda 21-Prozesses hat der Rheinisch-Bergische Kreis im Jahr 2003 ein Leitbild für Energie, Innovation und Klimaschutz beschlossen und seitdem kontinuierlich umgesetzt. Das implementierte Energieteam erarbeitet auf Grundlage eines energiepolitischen Arbeitsprogramms kontinuierlich Maßnahmen in verschiedenen Handlungsfeldern. Der Kreis treibt systematisch die umfassende Sanierung und Erweiterung des eigenen Gebäudeportfolios (Kreishaus, kreiseigene Schulen) voran. Inzwischen kommt es zum Einsatz von Geothermie für Teile des Wärmebedarfs, die Stromerzeugung für die Wärmepumpe erfolgt mittels PV-Anlage und eine KWK-Anlage wurde installiert.

Zudem erfolgt seit 2016 die Versorgung der kreiseigenen Liegenschaften mit zertifiziertem Ökostrom. Im Rahmen des Wettbewerbs „Wasserstoffmodellregion NRW“ kommen seit 2019 erste Wasserstoffbusse zum Einsatz. Die Auszeichnung nahm Landrat Stephan Santelmann entgegen.

Die Maßnahmen, die die Ausgezeichneten vor Ort umsetzten, sind so vielfältig wie die Kommunen und Kreise in NRW. Bonn nimmt seit 2003 an dem Zertifizierungsverfahren teil und wird nun zum fünften Mal mit dem eea ausgezeichnet. Klimaschutz findet in Bonn seit 1995 mit dem Beitritt zum Klima-Bündnis europäischer Städte mit indigenen Völkern der Regenwälder e.V. statt. 1999 wurde ein Klimaschutzkonzept mit einer ersten umfangreichen Bestandsaufnahme in Form einer CO2-Bilanzierung erstellt. Auf dieser Grundlage des eea wurde in Bonn 2008 das Aktionsprogramm Klimaschutz beschlossen und in den Folgejahren umgesetzt. 2019 beschloss der Rat der Stadt Bonn einen Bürgerantrag, mit dem für Bonn der symbolische Klimanotstand ausgerufen wurde. Bestandteil der stätischen Projekte ist die „Emissionsfreie Innenstadt“ – für eine zukunftsweisende, multimodale Mobilität. In diesem Zusammenhang wurden Mobilstationen zur Verknüpfung verschiedener Verkehrsangebote wie ÖPNV, Car-Sharing und Radverleih, Ausbau von Radschnellrouten, Umstellung des städtischen Fuhrparks auf E-Fahrzeuge errichtet. Die Auszeichnung nahm Bürgermeisterin Gabriele Klingmüller entgegen.

Bereits zum dritten Mal nach 2011 und 2015 wird die Stadt Aachen mit dem eea in Gold ausgezeichnet. Mit gelebtem Klimaschutz von der Verwaltungsspitze bis zu den Sachbearbeitenden konnte die Stadt Aachen in vielen Bereichen beim eea punkten: Kommunale Plus-Energie-Gebäude, frei zugängliche, online geschaltete Verbrauchsdaten für Schulen (e2watch), Infrastrukturmaßnahmen für den Radverkehr sowie die Abschaffung der dienstlichen Nutzung von Privatfahrzeugen zugunsten einer eignen E-Flotte. Auch die Steuerungsmöglichkeiten in Richtung Stadtgesellschaft werden wahrgenommen, beispielsweise durch KFW-55-Auflagen für Häuslebauer, eine erfolgreich umgesetzte KWK-Ausbaustrategie, eine Satzung, die unter anderem Dachbegrünung vorschreibt, oder eine Beratungsstelle für Gebäudesanierung (altbau plus). Im Bereich der erneuerbaren Energien wurde das Windpark-Projekt Münsterwald umgesetzt, hier sorgen sieben 3-MW-Windenergieanlagen für klimafreundlichen Strom. Die Auszeichnung nahm Elmar Wiezorek, Fachbereichsleiter Umwelt entgegen.

Köln nimmt seit 2014 am eea teil. Die Aktivitäten sind vielfältig, zum Beispiel das EU-Projekt GrowSmarter, das im Rahmen der Projektinitiative SCC in Zusammenarbeit mit der städtischen Tochtergesellschaft RheinEnergie AG, den Städten Stockholm und Barcelona sowie rund 40 weiteren Partnerinnen und Partnern aus Industrie und Wissenschaft im Rahmen des EU-Forschungsprogramms „Horizon 2020“ umgesetzt wurde. Das Projekt hatte zum Ziel, in einem integrativen Vorgehen nachhaltige Lösungen für die Bereiche Energiemanagement, Transport und Mobilität insbesondere in einer zukünftig wachsenden Großstadt zu finden. Die Informations- und Kommunikationstechnologie spielte als Bindeglied zwischen den Teilbereichen Energie und Mobilität dabei eine besondere Rolle. Durch das Projekt sollten besonders im urbanen Raum die Luftqualität verbessert, die Feinstaubbelastung und der Energieverbrauch gesenkt sowie ein Beitrag zu einer nachhaltigen Mobilität und zum Klimaschutz geleistet werden, um dazu beizutragen, die Klimaschutzziele der EU zu erreichen. Im Bereich Städtebau wurden im Kölner Stadtteil Mülheim die Stegerwaldsiedlung energetisch zur „Klimaschutzsiedlung“ saniert, mit erneuerbaren Energieanlagen und Stromspeichern ausgestattet, Mobilstationen eingerichtet und smart vernetzt. Für Köln nahm Dr. Harald Rau, Beigeordneter für Soziales, Umwelt, Gesundheit und Wohnen die Auszeichnung entgegen.

Die Stadt Lohmar nimmt seit 2003 am eea teil, sie wurde nun zum vierten Mal ausgezeichnet. Lohmar hat unter anderem begonnen, die Energieversorgung zu rekommunalisieren. Zum einen wurden eigene Stadtwerke gegründet, zum andern das Versorgungsnetz zurückgekauft. Für die Gas- und Strom-Verbraucher wurde der „Ökocent“ eingeführt. Für jede verbrauchte Kilowattstunde wird der „Ökocent“ für ein zweckgebundenes Budget für Effizienz- und Klimaschutzprojekte verwendet. Die Auszeichnung für Lohmar nahm Bürgermeister Horst Krybus entgegen.

Weitere Informationen und Portraits der Preisträger 

von: EnergieAgentur.NRW

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